Fall Jonny K. Jugendgerichtshilfe spricht sich gegen Haft aus

Arrest, Verwarnung, Arbeitsstunden - aber keine Haftstrafen: Die Jugendgerichtshilfe lehnt für drei der sechs Angeklagten im Fall Jonny K. eine Gefängnisstrafe ab. Zudem sollen die Männer nach Jugendstrafrecht verurteilt werden. Bindend ist die Empfehlung für das Gericht nicht.


Berlin - Die Jugendgerichtshilfe hat sich für drei der sechs Angeklagten im Prozess um die tödliche Prügelattacke auf Jonny K. gegen Gefängnisstrafen ausgesprochen. Die 19 und 20 Jahre alten Männer sollen zudem nach dem milderen Jugend- und nicht nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Vor dem Berliner Landgericht sagten Vertreter der Jugendgerichtshilfe, bei den 19 und 20 Jahre alten Männern lägen Reifeverzögerungen vor.

Statt Haftstrafen schlug die Jugendgerichtshilfe Sanktionen wie Arrest, Verwarnung sowie Arbeitsleistungen vor. Nur im Falle des vorbestraften 20-jährigen Onur U., der als ein Haupttäter gilt, sei eine Bewährungsstrafe zu verhängen. Das Gericht ist an die Einschätzung der Jugendgerichtshilfe nicht gebunden.

Der 20-jährige Jonny K. war laut Anklage in der Nacht zum 14. Oktober 2012 auf dem Berliner Alexanderplatz mit wuchtigen Schlägen und Tritten so heftig attackiert worden, dass er einen Tag später an Hirnblutungen starb.

Die mutmaßlichen Täter hatten eine Beteiligung zugegeben, die Schuld am Tod von Jonny K. aber bestritten. Vier der 19- bis 25-jährigen Angeklagten wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen, zwei müssen sich wegen Körperverletzung verantworten.

ulz/dpa

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