Fall Jussie Smollett US-Justizministerium und FBI sollen ermitteln

Gerade erst wurde die Anklage gegen US-Schauspieler Jussie Smollett fallengelassen, der laut Polizei einen gegen ihn gerichteten Angriff erfand. Jetzt erklärte Donald Trump, die Entscheidung solle von höchster Stelle überprüft werden.

US-Schauspieler Jussie Smollett vor dem Gerichtsgebäude in Chicago
REUTERS

US-Schauspieler Jussie Smollett vor dem Gerichtsgebäude in Chicago


Das US-Justizministerium und die Bundespolizei FBI sollen den Fall von Schauspieler Jussie Smollett untersuchen, der laut Polizei einen gegen ihn gerichteten rassistischen und homophoben Angriff erfand. Das kündigte Präsident Donald Trump via Twitter an. "Es ist beschämend für unsere Nation!", schrieb Trump.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage gegen den 36-jährigen Schauspieler aus der Dramaserie "Empire" überraschend fallengelassen. Im Gegenzug verlor Smollett die 10.000 Dollar (etwa 8900 Euro), die er als Kaution für seine Freilassung hinterlegt hatte, und leistete laut Medienberichten lediglich 16 Sozialstunden.

Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft ließ offen, ob Smollett nun Fehlverhalten vorzuwerfen sei oder nicht. Smolletts Anwälte sehen ihren Mandanten entlastet.

Der Schauspieler war zuvor wegen mutmaßlicher Falschaussagen bei der Polizei festgenommen worden. Er hatte laut Ermittlern zwei Männer bezahlt, um die Attacke gegen ihn vorzutäuschen: Smollett hatte berichtet, er sei nachts in Chicago auf offener Straße von zwei Maskierten angegriffen und rassistisch und schwulenfeindlich beleidigt worden. Dabei sei auch der Trump-Slogan "Make America Great Again" gerufen worden.

Die Polizei in Chicago ging allerdings davon aus, dass der schwule afroamerikanische Schauspieler mit der Inszenierung des Überfalls seine Karriere vorantreiben wollte.

Chicago fordert 130.000 Dollar von Smollett

Die Stadt Chicago forderte nun außerdem 130.000 US-Dollar von Smollet: In einem Brief von der Rechtsabteilung der Stadt an Smollett und seine Anwälte hieß es, dass die Summe die Überstunden von mehr als zwei Dutzend Ermittlern und Polizisten deckt, die Wochen damit verbracht hätten, Smolletts Behauptungen zu überprüfen.

Präsident Trump hatte bereits vor seiner Intervention am Donnerstag Anlass gesehen, sich von höchster Stelle zu dem Fall zu äußern. Er warf Smollett vor einigen Wochen vor, Millionen seiner Anhänger mit "rassistischen und gefährlichen Kommentaren" diskreditiert zu haben.

mal/AFP/AP/dpa



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