Fall Kevin Prozess gegen Vormund wird eingestellt

Der tragische Tod des kleinen Kevin hatte 2006 bundesweit für Bestürzung gesorgt. Die Polizei hatte den Jungen tot im Kühlschrank seines Stiefvaters gefunden. Jetzt ist das Verfahren gegen den vom Jugendamt eingesetzten Vormund eingestellt worden.

DPA

Bremen - Im Fall des Todes des kleinen Kevin aus Bremen wird das Verfahren gegen den vom Jugendamt eingesetzten Vormund eingestellt. Anklage und Verteidigung stimmten einem entsprechenden Vorschlag des Gerichts aus der vergangenen Woche zu, sagte der Sprecher des Landgerichts Bremen am Dienstag und bestätigte damit eine Meldung der "Süddeutschen Zeitung".

Das Gericht hatte die Einstellung des Prozesses gegen den früheren Vormund des Jungen gegen eine Geldauflage von 5000 Euro vorgeschlagen. Den endgültigen Beschluss wollen die Richter am 25. August verkünden. Die Einstellung des Verfahrens bedeutet, dass keine Schuld festgestellt wurde. Der Mann ist damit nicht vorbestraft. Die 5000 Euro müsse dieser nun an eine Einrichtung in Bremen überweisen, die sich dem Schutz von Kindern widmet, sagte der Gerichtssprecher.

Der 67-Jährige war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, ihm drohten bis zu fünf Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft warf dem Mann vor, Kevin nicht rechtzeitig von seinem Stiefvater getrennt und deshalb seinen Tod mitverursacht zu haben.

Kevin war im Oktober 2006 eingewickelt in Säcke tot im Kühlschrank seines drogensüchtigen Stiefvaters entdeckt worden. Der Mann hatte ihm Knochenbrüche zugefügt, an denen der Junge gestorben war. Trotz vorliegender Hinweise auf Misshandlungen war das Bremer Jugendamt nicht eingeschritten. Kevins Stiefvater wurde im Juni 2008 zu zehn Jahren Haft sowie zur Einweisung in eine Entziehungsanstalt verurteilt.

hip/dpa/AFP/apn



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