Tatverdächtiger im Fall Maddie McCann Die Vorstrafen des Christian B.

Der mutmaßliche Mörder der seit 2007 verschwundenen Madeleine McCann hat nach SPIEGEL-Recherchen mindestens 17 Einträge im Strafregister. Mehrfach wurde er wegen Kindesmissbrauchs verurteilt.
Sexualstraftäter Christian B. 2011 in einer Bar in Hannover

Sexualstraftäter Christian B. 2011 in einer Bar in Hannover

Foto: Facebook

Der mutmaßliche Mörder der dreijährigen Madeleine McCann ist ein vielfach vorbestrafter Sexualstraftäter. Bereits als Jugendlicher wurde Christian B. wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Nach Informationen des SPIEGEL enthält seine Strafakte insgesamt 17 Einträge. Unter anderem wurde wegen "Fahren ohne Fahrerlaubnis, Körperverletzung, schwerem Diebstahl und Trunkenheit im Verkehr" gegen ihn ermittelt. Aktuell verbüßt er eine Haftstrafe in der JVA Kiel.

Zum ersten Mal stand der heute 43-jährige B. laut einem Auszug aus dem Bundeszentralregister wegen "Missbrauchs eines Kindes" sowie "Vornahme sexueller Handlungen vor einem Kind" im Jahr 1994 in Bayern vor Gericht. Das Amtsgericht Würzburg verurteilte den damals 17-Jährigen zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren, von der er nur einen Teil verbüßte.

DER SPIEGEL

Drogen, Diebstahl, sexueller Missbrauch

Von Bayern aus zog der Intensivtäter in den Norden, handelte mit Drogen und beging Diebstähle. Im Oktober 2011 verurteilte ihn das Amtsgericht im schleswig-holsteinischen Niebüll wegen "Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge" zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten. Die Strafe wurde zunächst zur Bewährung ausgesetzt. Später wurde die Bewährung widerrufen. B. landete im Gefängnis.

Im Jahr 2013 verging sich der Serientäter nach SPIEGEL-Recherchen erneut an einem Kind. Wegen "sexuellen Missbrauchs eines Kindes in Tateinheit mit Sich-Verschaffen und Besitz kinderpornografischer Schriften" verurteilte ihn das Amtsgericht Braunschweig 2016 zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten. Bereits ein Jahr später folgte eine Verurteilung wegen Körperverletzung.

Kate und Gerry McCenn präsentieren 2012 ein computergenerierten Bild, das zeigen soll, wie ihre vermisste Tochter Maddie als älteres Mädchen aussehen könnte.

Kate und Gerry McCenn präsentieren 2012 ein computergenerierten Bild, das zeigen soll, wie ihre vermisste Tochter Maddie als älteres Mädchen aussehen könnte.

Foto:

ANDREW WINNING/ REUTERS

Die letzte Tat, für die Christian B. im vergangenen Dezember in Braunschweig verurteilt wurde, war eine brutale Vergewaltigung im Jahr 2005. Die Tat beging er in Portugal an der Algarve. Dort hatte er eine 72-jährige Amerikanerin überfallen, gefesselt, geschlagen und vergewaltigt, bevor er mit ihrem Geld verschwand. Es dauerte mehr als zehn Jahre, bis der Deutsche überführt werden konnte. Ein Haar am Tatort lieferte schließlich einen DNA-Beweis.

Schließlich geriet Christian B. auch in Verdacht, 2007 die dreijährige Maddy McCann entführt und ermordet zu haben. Ein Handy, das ihm zugeordnet wird, war nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) am Abend des Verschwindens in dem Ort in eine Funkzelle eingeloggt, aus dem Maddie verschwand.

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