Fall Madeleine 1,5 Millionen Euro Belohnung ausgesetzt

Im Fall der verschwundenen Madeleine in Portugal hat ein britischer Geschäftsmann rund 1,5 Millionen Euro Belohnung für Hinweise geboten, die zur Befreiung der kleinen Britin führen. Das Angebot kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Polizei bei der Suche die Luft auszugehen scheint.

Lissabon - Der britische Geschäftsmann Stephen Winyard erklärte sich zur Zahlung von rund 1,5 Millionen Euro für Hinweise bereit, die zur Befreiung des kleinen Mädchens führen. Er hoffe, die Familie und die Polizei nähmen sein Angebot an, sagte der Besitzer eines schottischen Gesundheitszentrums der Londoner "Times".

Er sei selbst Vater dreier Kinder im Alter zwischen acht und 15 Jahren und habe die Fotos von den verzweifelten Eltern kaum ertragen, sagte Winyard weiter. Da niemand anderes Geld angeboten habe, sei er schließlich auf die Idee gekommen, es selbst zu tun.

Mehr als eine Woche nach ihrer Entführung aus einer Ferienanlage hat die portugiesische Polizei die Suche nach der kleinen Madeleine in unmittelbarer Umgebung des Tatorts eingestellt. Die Fahndung vor Ort sei zurückgeschraubt worden, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Nach seinen Angaben brachte sie keinerlei Ergebnisse. Die Ermittlungen würden aber mit Hochdruck fortgesetzt. Nach seinen Angaben geht die Polizei weiter von einer Entführung des kleinen britischen Mädchens aus, das am Samstag vier Jahre alt wird.

Nach Informationen der Zeitung "Correiro da Manha" verhörten die Ermittler bisher zwei Verdächtige, die in die mutmaßliche Entführung des Mädchens verwickelt sein sollen. Die Polizei bestätigte den Bericht noch nicht. Laut "Diario de Noticias" untersuchen die Ermittler zudem, ob die Entführer Komplizen innerhalb der Ferienanlage hatten.

Maddie McCann war am 3. Mai aus der Ferienwohnung ihrer Familie verschwunden, während die Eltern in einem nur wenige Meter entfernten Restaurant zu Abend aßen. Ihre zweijährigen Geschwister Sean und Amelie fanden die Eltern friedlich schlafend in ihren Betten vor.

Ein Angestellter des Restaurants widersprach inzwischen aber der Version der Eltern, wonach sie alle halbe Stunde nach ihren Kindern geschaut hätten, wie "Diario de Noticias" berichtete. Die Eltern und die Großeltern des kleinen Mädchens wurden ebenfalls über mehrere Stunden vernommen. Nach Angaben der Polizei gelten sie aber nicht als "Verdächtige".

jjc/AFP

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