Fall Madeleine McCann Christian B. wegen Rippenbrüchen in Behandlung

Der Verdächtige im Fall Madeleine McCann soll sich nach SPIEGEL-Informationen gegen das Anlegen von Fußfesseln gewehrt haben. Bei einer Rangelei mit Justizwachtmeistern brach er sich offenbar zwei Rippen.
Verdächtige im Fall Madeleine McCann: Christian B.

Verdächtige im Fall Madeleine McCann: Christian B.

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Es war ein Routinetermin. Am Montagmorgen holten Beamte Christian B. aus seiner Zelle in der Kieler Justizvollzugsanstalt, wo er derzeit eine Haftstrafe wegen Drogenhandels absitzt. Von Kiel ging es zu einer Anhörung zur Strafvollstreckungskammer nach Braunschweig. Denn der 43-jährige Tatverdächtige im Fall der 2007 verschwundenen Madeleine McCann hatte einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung gestellt.

In einer Vorführzelle soll es dann den Aussagen der beteiligten Beamten zufolge zu einer Auseinandersetzung mit den beiden Justizwachtmeistern gekommen sein. Christian B., so stellten es die Bediensteten nach SPIEGEL-Informationen dar, soll sich gewehrt haben, als die Beamten versuchten, ihm Fußfesseln anzulegen. Es sei daraufhin zu einer Rangelei gekommen, bei der Christian B. demnach entweder unglücklich gestürzt oder zu Fall gebracht worden sei. Ein Einsatzstock sei bei der Rangelei nach ersten Erkenntnissen von den Beamten nicht benutzt worden, heißt es intern.

Nach der körperlichen Auseinandersetzung klagte der mehrfach vorbestrafte Sexualstraftäter über Schmerzen im Brustbereich und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Dort stellte man zwei Rippenbrüche bei Christian B. fest. Die Anhörung fand dann mit einer Stunde Verspätung statt.

Sein Rechtsanwalt Friedrich Fülscher, der ebenfalls vor Ort war, erstattete wegen des Vorfalls eine Strafanzeige.

Im Sommer hatte die Staatsanwaltschaft Braunschweig bekannt gegeben, dass gegen Christian B. wegen des Verschwindens und des Mordes an Madeleine McCann ermittelt wird. Das damals drei Jahre alte Mädchen verschwand im Mai 2007 aus einer Ferienwohnanlage im portugiesischen Praia da Luz. Damals lebte Christian B. in Portugal. Eine Handynummer, die ihm zugeordnet wird, war kurz vor der Tat in einem Mobilfunknetz in Praia da Luz eingeloggt. Für einen Haftbefehl gegen den mehrfach wegen Kindesmissbrauchs vorbestraften Christian B. reichen die Indizien in dem Fall Madeleine McCann aber bislang nicht aus.

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