Fall Madeleine Spenden für einen sauberen Namen

Prominente Rückendeckung für die McCanns: Milliardär und Virgin-Chef Richard Branson greift tief in die Tasche, um die in Verdacht geratenen Eltern der vermissten Madeleine zu unterstützen. Der Erzbischof von York rief die Polizei auf, endlich zu handeln.

London - Rund 200.000 Dollar stellte der Vorsitzende der Virgin Group, Richard Branson, den McCanns gestern zur Verfügung, um ihren "Namen reinzuwaschen", wie es eine Sprecherin formulierte. Der Brite habe weitere wohlhabende Landsleute dazu aufgefordert, sich an einem Fond zu beteiligen, der die Gerichtskosten des Ehepaars tragen soll.

"Die Familie brauchen ein faire Anhörung", erklärte eine Unternehmenssprecherin von Virgin. "Wenn Richard helfen kann, der Familie eine Last zu nehmen, ist das schon eine gute Sache." Branson hatte in der Vergangenheit bereits zwei Millionen Dollar für die Suche nach der am 3. Mai in Portugal verschwundenen Tochter des britischen Ärztepaares gespendet. "Bei allen Spekulationen und Gerüchten sollten wir uns daran erinnern, dass es eine Familie gibt, die leidet, und ein vierjähriges Mädchen, das vermisst wird. Dies ist die einzige Tatsache, die uns bekannt ist", so Branson in einer Erklärung.

Weil Kate und Gerry McCann die Gelder des Madeleine-Fonds nicht für ihre persönliche Verteidigung einsetzen wollen, hatte die Familie der beiden bereits darüber nachgedacht, Häuser aus Privatbesitz zu veräußern, um die Anwälte bezahlen zu können.

Die McCanns waren nach einer beispiellosen internationalen Suchaktion nach der verschwundenen Tochter Madeleine selbst ins Visier der portugiesischen Polizei geraten. Neben der großen Familie und den Bewohnern ihres Heimatdorfs stellte sich nun auch der Erzbischof von York, John Sentamu, vor die offiziell Verdächtigten: "Kate und Gerry werden ungerecht und unmenschlich behandelt, weil die Beweise nicht stichhaltig sind." Er erklärte, die Polizei solle sich lieber auf die Suche nach dem vermissten Mädchen konzentrieren.

Der Chef der portugiesischen Polizei, Alipio Ribeiro, erklärte derweil, dass die Ergebnisse der forensischen Untersuchung des Leihwagens der McCanns bisher nicht eindeutig seien und die Ermittlungen deswegen andauerten. Bei der Analyse hatte die Polizei zuvor laut Presseberichten angeblich Körperflüssigkeiten von Madeleine gefunden.

ala/Reuters

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