Fall Mannichl Verwirrung um Passauer Sonderkommission

Laut einem Sprecher des Bayerischen LKA übernimmt die Behörde die Ermittlungen im Fall des niedergestochenen Polizeichefs Alois Mannichl. Die Sonderkommission in Passau soll vorerst trotzdem bestehen bleiben - die Polizei vor Ort weiß von all den Plänen bislang allerdings wenig.


München - Nach der bisher erfolglosen Suche nach dem Angreifer von Polizeichef Alois Mannichl übernimmt offenbar das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen. "Die Beamten des LKA stehen in den Startlöchern", sagte ein LKA-Sprecher am Dienstag in München. Es werde nur noch auf die offizielle Zuweisung der Ermittlungen durch das bayerische Innenministerium gewartet.

Die Übernahme der Ermittlungen bedeute aber nicht, dass die Sonderkommission in Passau aufgelöst werde. In einer Stellungnahme des Bayerischen Staatsministeriums des Innern heißt es: "Die Sonderkommission Fürstenzell wird unter Federführung des Bayerischen Landeskriminalamtes bei gleichzeitiger enger Einbindung der Kriminalinspektion Passau fortgeführt. [...] Im Hinblick auf eine eventuell baldige Rückkehr des Herrn Alois Mannichl in seine Dienstgeschäfte ist es insbesondere aus strafprozessualen Gründen geboten, die Sonderkommission unter anderer Federführung fortzuführen."

Verschiedene Medien hatten zuvor berichtet, die 50-köpfige Soko werde ihre Arbeit einstellen.

Der Passauer Polizeisprecher Stefan Hartl sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir wären froh, wenn wir das eine oder andere bestätigen könnten. Wir wissen nur, dass Gespräche laufen. Uns wurde aber kein Datum für eine Entscheidung avisiert."

Die Ermittlungsarbeit werde ohnehin nicht beeinträchtigt: "Das ist wie bei einem Fußballprofi, der immer motiviert ist, egal, in welcher Mannschaft er spielt. Die Kollegen sind nach wie vor mit Hochdruck und Elan am Fall Mannichl dran."

Polizeichef Mannichl war am 13. Dezember vor seiner Haustür von einem unbekannten Mann mit Nazi-Parolen beschimpft und einem Messer niedergestochen worden. Die Polizei vermutet einen rechtsradikalen Hintergrund der Tat. Der Täter ist trotz einer internationalen Fahndung seit mehr als zwei Wochen auf der Flucht.

han/AFP/dpa



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