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28. Juni 2019, 17:32 Uhr

Verschwundene Maria aus Freiburg

Staatsanwaltschaft fordert Sicherungsverwahrung für Angeklagten

Bernhard H. steht wegen Kindesentführung und sexuellen Missbrauchs vor Gericht, weil er 2013 mit der damals 13-jährigen Maria aus Freiburg verschwand. Die Anklage hat nun für eine jahrelange Freiheitsstrafe plädiert.

Im Prozess um die jahrelang verschwundene Jugendliche Maria H. hat die Staatsanwaltschaft sieben Jahre und drei Monate Haft sowie anschließende Sicherheitsverwahrung für den Angeklagten Bernhard H. gefordert. Der 58 Jahre alte Deutsche aus Blomberg in Nordrhein-Westfalen habe sich der schweren Kindesentziehung schuldig gemacht, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft nach den Plädoyers vor dem Landgericht Freiburg. Zudem habe er das Mädchen in mehr als hundert Fällen sexuell missbraucht.

Der Mann war laut Anklage im Mai 2013 mit der damals 13-jährigen Maria aus Freiburg ins Ausland geflüchtet, ohne dass deren Eltern von dem Plan wussten oder einverstanden waren. Bei einer Verurteilung mit Sicherungsverwahrung würde er zum Schutz der Allgemeinheit nach Absitzen der Gefängnisstrafe hinter Gittern bleiben. Das Urteil will das Gericht öffentlich am 9. Juli verkünden.

Die Plädoyers wurden Gerichtsangaben zufolge zum Schutz von Persönlichkeitsrechten unter Ausschluss der Öffentlichkeit gehalten. Über Details wurde daher nichts bekannt. Der Verteidiger des Angeklagten wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Sein Mandant war im vergangenen Sommer in Italien festgenommen worden, nachdem kurz zuvor die heute 19 Jahre alte Maria nach Freiburg zurückgekehrt war (Az.: 3 KLs 160 Js 12932/13 AK 7/19).

Der Angeklagte redet von "Liebe"

Der Mann und Maria hatten zu dem Fall vor Gericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Sie hatten sich laut Anklage über das Internet kennengelernt. Der erwachsene Mann habe sich dort dem Mädchen gegenüber anfangs als Teenager ausgegeben. Den Angaben zufolge ist der 58-Jährige nicht vorbestraft. Laut Polizei hatte er bei seiner Festnahme im vergangenen Sommer erklärt, zwischen ihm und dem Mädchen handele es sich um "Liebe".

Maria und ihre Mutter sind Nebenklägerinnen in dem Prozess, der Anfang Mai begonnen hatte. Der Anwalt der Mutter sagte im Laufe des Prozesses, neben einer Freiheitsstrafe für den Angeklagten gehe es auch um Schmerzensgeld für Marias Mutter. Die Frau habe durch das jahrelange Verschwinden der Tochter stark gelitten und befinde sich noch immer in psychologischer Behandlung.

wit/dpa/AFP

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