Fall Monika Frischholz Polizei findet Knochen und Kennzeichen

1976 verschwand die zwölfjährige Monika Frischholz. In dem mutmaßlichen Mordfall haben die Ermittler ihre Suche in einem Waldstück nun beendet - die Analyse der Funde dauert an.

Polizeihund am möglichen Ablageort einer Mädchenleiche
Armin Weigel/dpa

Polizeihund am möglichen Ablageort einer Mädchenleiche


Mit Baggern und anderem schweren Gerät durchsuchte die Polizei in Bayern im Fall der seit fast 43 Jahren vermissten Monika Frischholz seit Montag ein Waldstück nahe der tschechischen Grenze. Die Grabungen in der Oberpfalz sind nun vorerst abgeschlossen. Als Nächstes müssten die Ermittler die Ergebnisse sichten, sagte ein Polizeisprecher.

Die damals Zwölfjährige war am 25. Mai 1976 verschwunden, nachdem sie ihr Elternhaus in Flossenbürg verlassen hatte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie ermordet wurde. Die Ermittlungen wurden wieder neu aufgerollt, nachdem die Polizei Ende 2018 einen neuen Zeugenhinweis erhalten hatte.

Knochenteile könnten von Tieren stammen

Bei der Suche in dieser Woche fanden die Ermittler nach eigenen Angaben unter anderem kleine Knochenteile, bei denen es sich nach ersten Untersuchungen aber vermutlich um Tierknochen handelt. Tiefergehende Analysen dazu könnten mehrere Tage oder auch Wochen dauern, hieß es.

Außerdem sei ein Autokennzeichen bei einem Wrack eines verbuddelten VW-Käfers gefunden worden, sagte der Sprecher. Dieses stamme aus Nordbayern. Details nannte der Sprecher bislang nicht.

In den vergangenen Jahren haben deutsche Kriminalpolizeien verstärkt sogenannte Cold Cases wieder aufgenommen, um diese Fälle doch noch zu klären. Insbesondere Fortschritte bei der DNA-Ermittlung machen es möglich, auch nach langer Zeit solche Verbrechen zu klären. Derzeit steht in Augsburg ein Mann vor Gericht, der vor einem Vierteljahrhundert eine Prostituierte ermordet haben soll.

Einige Bundesländer hatten zuletzt eigene Ermittlungsgruppen zur Aufklärung dieser Verbrechen gegründet. In Hamburg endete ein Prozess um einen Mordversuch aus dem Jahr 1980 diesen Oktober jedoch spektakulär mit einem Freispruch, der damalige Chef der Sonderkommission wurde abgesetzt.

Im Fall von Monika Frischholz konnten die Ermittler anhand von Zeugenaussagen ihren Fußweg teilweise rekonstruieren. Ende vergangenen Jahres erhielten sie einen neuen Hinweis, der ein Tötungsdelikt nahelegte. Daraufhin rollten die Beamten den Fall wieder auf.

Fahndungsfoto der zwölfjährigen Monika Frischholz aus den Siebzigerjahren
Polizeipräsidium Oberpfalz/dpa

Fahndungsfoto der zwölfjährigen Monika Frischholz aus den Siebzigerjahren

Die aktuellen Ermittlungen wecken bei den Menschen in dem 1500-Einwohner-Ort Flossenbürg die Hoffnung, dass das Rätsel gelöst werden kann, wie Bürgermeister Thomas Meiler sagte. "Jetzt sehen die Menschen Licht am Horizont und hoffen, mit dem Thema abschließen zu können", so der CSU-Politiker. Das Verschwinden des Mädchens habe die Leute immer beschäftigt. Es habe damals geheißen, Kinder sollten vorsichtig sein, wenn sie rausgingen - und in kein Auto einsteigen.

apr/dpa

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