Vor neuem Prozess Staatsanwalt im Fall Peggy abgelöst

Um das Wiederaufnahmeverfahren im Mordfall Peggy K. wird sich ein neuer Staatsanwalt kümmern. Der bislang verantwortliche Beamte wird abgelöst, weil er den Wunsch eines Verdächtigen nach einem Anwalt ignoriert haben soll.

Vermisste Peggy K. im Jahr 2001 (Polizeifoto): Spurlos verschwunden
DPA/ Polizei

Vermisste Peggy K. im Jahr 2001 (Polizeifoto): Spurlos verschwunden


Lichtenberg/Bayreuth - Im Fall Peggy ist der zuständige Staatsanwalt abgelöst worden. Wie die Staatsanwaltschaft Bayreuth mitteilte, hatte der bislang verantwortliche Beamte in einer Vernehmung den Wunsch eines der drei Verdächtigen nach einem Verteidiger ignoriert - entgegen der Strafprozessordnung. Damit das Wiederaufnahmeverfahren gegen Ulvi K. frei von jeglichen Belastungen sei, werde der Staatsanwalt ersetzt.

In der am 10. April beginnenden neuen Hauptverhandlung gegen Ulvi K. werden nun die Staatsanwälte Sandra Staade und Daniel Götz die Anklage vertreten.

Die neunjährige Peggy K. war im Mai 2001 im oberfränkischen Lichtenfels spurlos verschwunden. Der geistig behinderte Ulvi K. war 2004 als ihr Mörder verurteilt worden. Später widerrief er sein Geständnis; ein wichtiger Belastungszeuge nahm seine Aussage zurück. Im Dezember 2013 ordnete das Landgericht Bayreuth die Wiederaufnahme des Verfahrens an. Ulvi K. verbüßt seine lebenslange Freiheitsstrafe noch nicht, sondern ist wegen Kindesmissbrauchs in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

rls/dpa

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