Aus U-Haft entlassen Tatverdächtiger im Mordfall Peggy wieder frei

Erst räumte er ein, die tote Peggy in einen Wald gebracht zu haben - dann zog er sein Geständnis zurück: Ein 41-jähriger Tatverdächtiger ist an Heiligabend aus der U-Haft entlassen worden.

Mutmaßlicher Entführungsort: Bushaltestelle im bayerischen Lichtenberg
DPA

Mutmaßlicher Entführungsort: Bushaltestelle im bayerischen Lichtenberg


Ein vor zwei Wochen im Mordfall Peggy festgenommener Tatverdächtiger ist an Heiligabend wieder freigelassen worden. Der Haftbefehl gegen den 41-Jährigen sei vom Amtsgericht Bayreuth aufgehoben worden, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Bayreuth und des Polizeipräsidiums Oberfranken.

Die neun Jahre alte Peggy war 2001 auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Im Juli 2016 wurden Teile ihres Skeletts in einem Wald bei Rodacherbrunn im thüringischen Saale-Orla-Kreis gefunden, knapp 20 Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg in Bayern entfernt.

Das Gericht habe keinen dringenden Tatverdacht mehr gesehen, da der Verdächtige sein Teilgeständnis widerrufen habe. Es könne nun nicht mehr gegen ihn verwendet werden, teilten die Ermittler mit.

Anwalt machte Ermittlern Vorwürfe

Die Spuren am Ablageort der Leiche Peggys begründeten kein Tötungsdelikt. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, den Beschluss des Gerichts eingehend zu überprüfen und danach zu entscheiden, ob eine Beschwerde dagegen eingelegt werden soll.

Der Anwalt des Tatverdächtigen hatte Beschwerde gegen den Haftbefehl eingelegt. Es gebe keinen Beweis für die Beteiligung seines Mandanten an der Tötung, sagte Anwalt Jörg Meringer. Sein Mandant war bereits damals ins Visier der Ermittler geraten. Damals wie heute bestreitet dieser, das Mädchen getötet zu haben.

Diesen Sommer sei der Tatverdächtige von der Polizei stark unter Druck gesetzt worden, klagte sein Anwalt Mitte des Monats. In einer Vernehmung habe er dann zugegeben, den leblosen Körper des vor gut 17 Jahren verschwundenen Mädchens mit seinem Auto in den Wald gebracht zu haben.

Die Ermittler gingen davon aus, dass der Mann "Täter oder Mittäter" gewesen sei. Sie hatten Haftbefehl wegen Mordes gegen ihn beantragt.

apr/dpa



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