Seit 1995 vermisste Frau Polizisten finden bei Suchaktion im Fall Sonja Engelbrecht erneut Knochen

Sonja Engelbrecht ist seit 27 Jahren spurlos verschwunden. Nun haben Ermittler bei einer Suchaktion in einem Wald menschliche Überreste entdeckt. Ob diese von der verschollenen Frau stammen, ist jedoch unklar.
Poizisten in Größdorf suchen ein Gebiet im Wald ab

Poizisten in Größdorf suchen ein Gebiet im Wald ab

Foto: Peter Kneffel / dpa

Bei Sucharbeiten im Zusammenhang mit der seit 1995 vermissten Sonja Engelbrecht haben Ermittler in Bayern erneut menschliche Knochen gefunden. Diese seien im Bereich Kipfenberg an einem abschüssigen Hang in einer Felsspalte entdeckt worden, teilt die Polizei in München mit. Nach einer ersten rechtsmedizinischen Begutachtung seien es menschliche Knochen. An der Suche waren auch spezielle Leichensuchhunde aus Kroatien beteiligt, dazu Einsatzkräfte diverser Polizeieinheiten.

Im Sommer 2020 war in dem Waldgebiet ein Oberschenkelknochen gefunden worden, der von der Vermissten stammte. Im vergangenen November gab es an drei Tagen in dem Gebiet intensive Suchmaßnahmen, die aber erfolglos blieben. Am Montag startete die Polizei neue Suchmaßnahmen in einem Bereich, der im November wegen der Witterung nicht abgesucht werden konnte.

Nach dem Fund der Knochenteile soll die Suchaktion nun speziell in dem Bereich intensiv weitergeführt werden. Die Ermittler hatten bereits im Winter angekündigt, erneut nach möglichen Beweisen suchen zu wollen, wenn es wieder wärmer ist. Die Polizei hat eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt – für Hinweise, die zur Aufklärung des Falles beitragen.

Kein Lebenszeichen seit April 1995

Sonja Engelbrecht war am Abend ihres Verschwindens im April 1995 mit einem Bekannten in München unterwegs. Als dieser in eine Straßenbahn stieg, soll sie in einer Telefonzelle gewesen sein. Danach gab es keine Lebenszeichen mehr.

Bei der rund 6000 Einwohner großen Marktgemeinde Kipfenberg, in der nun Knochenteile gefunden wurden, waren im Frühjahr 2020 in einem Wald auch die skelettierten Leichen eines jungen Paars aus Ingolstadt entdeckt worden, das seit dem Jahr 2002 vermisst wurde. Die Ermittler gehen allerdings davon aus, dass es zwischen den Mordfällen keinen direkten Bezug gibt und das räumliche und zeitliche Zusammentreffen der beiden Entdeckungen Zufall ist.

Der Fall Sonja Engelbrecht gehört zu den ungelösten Vermisstenfällen in Deutschland, die immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen. So wurde auch in der ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY ... ungelöst« darüber berichtet, die Familie schaltete eine Homepage zur Suche.

bam/AFP
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