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10. November 2006, 17:14 Uhr

Fall Stephanie

Schärfere Haftbedingungen für Mario M.

Mit seinem Ausbruch hat sich Stephanies Peiniger deutlich schärfere Haftbedingungen eingebrockt. Mario M. muss ab sofort immer Hand- und Fußfesseln tragen, wenn er seine Zelle verlässt. Außerdem wurde ihm der Hofgang gestrichen.

Dresden - Der 36-Jährige wird zudem auf Anordnung des Landgerichts ab sofort ständig von zwei Beamten begleitet, erklärte ein Sprecher des sächsischen Justizministeriums. Der Leiter der Justizvollzugsanstalt Halle, Hans-Jürgen Stach, hat die seiner Meinung nach zunächst unzureichende Bewachung des mutmaßlichen Vergewaltigers in Dresden kritisiert.

Mario M.: Begleitet von sieben SEK-Beamten und in Hand- und Fußfesseln
DDP

Mario M.: Begleitet von sieben SEK-Beamten und in Hand- und Fußfesseln

Als potenzieller Schwerverbrecher hätte der 36-Jährige bei seinem Aufenthalt im Freien besser gesichert sein müssen, sagte Stach dem MDR-Fernsehen. Nachdem Mario M. bereits im Gerichtssaal randaliert habe, sei zu vermuten gewesen, dass er alle Möglichkeiten nutzt, um weitere Aufmerksamkeit zu erregen.

Mario M. hatte am Mittwoch einen Hofgang für seine Flucht auf das Dresdner Gefängnisdach genutzt und dort die Polizei 20 Stunden lang in Atem gehalten. Danach gab er auf.

Am Montag startete der Prozess gegen den Anlagenbauer wegen schweren sexuellen Missbrauchs, Vergewaltigung und Geiselnahme vor der zweiten Großen Strafkammer des Landgerichts. Ihm wird vorgeworfen, die heute 14 Jahre alte Stephanie Anfang dieses Jahres fünf Wochen lang in seiner Wohnung eingesperrt und das Mädchen dort brutal misshandelt zu haben. Das Kind musste unvorstellbare Grausamkeiten erleiden.

jjc/AP

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