Mord an 14-jähriger Susanna Ali B. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt

Wegen Mordes an der 14-jährigen Susanna stand Ali B. vor Gericht. Das hat ihn nun verurteilt - und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Der Angeklagte Ali B. im Gerichtssaal in Wiesbaden
RONALD WITTEK/POOL/EPA-EFE/REX

Der Angeklagte Ali B. im Gerichtssaal in Wiesbaden


Das Wiesbadener Landgericht hat den Angeklagten im Mordfall Susanna zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Richter stellten zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ist damit so gut wie ausgeschlossen. Ali B. soll außerdem 50.000 Euro an die Mutter von Susanna zahlen.

Die Leiche der Schülerin war am 6. Juni 2018 in einem Loch bei Bahngleisen am Rande von Wiesbaden gefunden worden. Kurz nach der Tat hatte sich Ali B. mit seiner Familie in seine Heimat abgesetzt.

Im kurdisch kontrollierten Nordirak wurde er jedoch wenige Tage danach gefasst und von der Bundespolizei nach Deutschland zurückgebracht. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Im März hatte der Prozess gegen ihn begonnen (lesen Sie hier mehr darüber). Der Fall hatte eine bundesweite Debatte über die Asylpolitik ausgelöst.

Das Landgericht sah es nun als erwiesen an, dass der 22-Jährige das Mädchen vergewaltigt und ermordet hat. B. habe bei seiner Tat "kaltblütig" agiert, sagte Richter Jürgen Bonk in seiner Urteilsbegründung. Im Prozess habe er zudem "kein ernstzunehmendes Wort des Bedauerns geäußert". Bonk attestierte B. eine "frauenverachtende Haltung". Frauen seien für ihn ein "Mittel zu selbstbezogener Bedürfnisbefriedigung". Susanna sei von B. "einfach benutzt" worden. Mit dem Urteilsspruch folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Ali B. hatte vor Gericht gestanden, die 14-Jährige erwürgt und verscharrt zu haben; eine Vergewaltigung bestritt er. In seinem letzten Wort vor Gericht entschuldigte er sich bei Susannas Mutter.

In einem weiteren Prozess muss sich der Iraker wegen der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens verantworten. Das Verfahren findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

jpz/dpa/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.