Fall Walter Lübcke Markus H. soll mutmaßlichen Mörder bestärkt haben

Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der BGH die Haftbeschwerde des zweiten Verdächtigen Markus H. abgelehnt: Er soll von den Plänen des Stefan E. gewusst und ihn unterstützt haben.

Haus des ermordeten Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (Archivbild)
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Haus des ermordeten Kassler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (Archivbild)


Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat nach Überzeugung des Bundesgerichtshofs (BGH) stärkere Unterstützung gehabt als bisher bekannt.

Der wegen des Verdachts der Beihilfe in Untersuchungshaft sitzende Markus H. soll aus Gesprächen von den Plänen von Stefan E., etwas gegen Lübcke zu unternehmen, gewusst haben. Das geht aus einem Beschluss des dritten Strafsenats des BGH zur Haftbeschwerde von Markus H. hervor. Der Verdächtige bleibt demnach in Untersuchungshaft.

Markus H. war festgenommen worden, weil er Stephan E. den Kontakt zu einem Waffenhändler vermittelt haben soll, von dem dieser die Tatwaffe erworben haben soll. Allein durch die Vermittlung des Kontakts besteht für den BGH kein dringender Tatverdacht der Beihilfe zum Mord. Denn der Kontakt habe deutlich vor dem Tatentschluss stattgefunden.

Markus H. ist aber dem BGH zufolge dringend tatverdächtig, Stephan E. bestärkt zu haben, sein Vorhaben eines Attentats auszuführen. Spätestens seit Juli 2016 hielt er es nach Überzeugung des Senats für möglich, dass Stephan E. einen Politiker töten werde. Er habe dem Mordverdächtigen die Teilnahme an Schießübungen vermittelt. Gemeinsam hätten sie an Demonstrationen teilgenommen. Beide hätten rechtsradikales Gedankengut geteilt und sich darüber regelmäßig ausgetauscht.

Eine Zeugin habe das enge freundschaftliche Verhältnis der beiden Männer bestätigt. Sie habe Markus H. als "Denker" und Stephan E. als "Macher" bezeichnet. Ihren Angaben zufolge nahmen beide an Schießübungen teil.

Der CDU-Politiker Walter Lübcke war Anfang Juni auf der Terrasse seines Wohnhauses im nordhessischen Wolfhagen bei Kassel mit einem Kopfschuss getötet worden. (Mehr über ihn und den Mordfall erfahren sie hier.) Der rund zwei Wochen nach der Tat festgenommene Hauptverdächtige Stephan E. hatte zunächst ein Geständnis abgelegt, dieses später aber widerrufen.

cop/dpa



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