Yagmurs Vater vor Gericht "Du hast sie umgebracht, warum weinst du?"

Im Prozess um den Tod der kleinen Yagmur ist der angeklagte Vater der Dreijährigen vor Gericht ausgerastet. Er warf eine Kette nach seiner Ehefrau und brüllte sie an. Die Staatsanwaltschaft wirft der Mutter Mord aus Hass auf ihre Tochter vor.
Vater der getöteten Yagmur (r.): Ausraster vor dem Landgericht Hamburg

Vater der getöteten Yagmur (r.): Ausraster vor dem Landgericht Hamburg

Foto: Daniel Reinhardt/ dpa

Hamburg - Nach Tagen des Schweigens ist der Vater der getöteten Yagmur vor dem Hamburger Landgericht ausgerastet. Der Vorsitzende Richter ließ am Montag gerade Handyvideos zeigen, auf denen eine fröhlich spielende Yagmur zu sehen ist, da platzte es aus dem Vater heraus. Er beschimpfte seine wegen Mordes an der gemeinesamen Tochter angeklagte Frau auf türkisch. Er warf einen kleine Kette auf die Mutter und brüllte: "Du hast sie umgebracht, warum weinst du?"

Der 25-Jährige hatte seine Frau in Vernehmungen als psychisch krank und aggressiv bezeichnet. Er ist angeklagt, weil er seine Tochter nicht vor den Übergriffen seiner Frau beschützt haben soll. Zunächst galt er den Ermittlern als Hauptverdächtiger. Nun wirft die Staatsanwaltschaft der Mutter Mord aus Hass auf ihre Tochter vor.

Die Mutter des Mädchens beschuldigt wiederum ihren Ehemann. Vergangene Woche behauptete sie in einem vom Richter vorgelesenen Brief, ihr Partner habe den fatalen Tritt verursacht.

Yagmur war am 18. Dezember 2013 in der Wohnung ihrer Eltern zusammengebrochen, sie starb an inneren Blutungen in Folge eines Leberrisses. Yagmur lebte erst seit wenigen Monaten bei ihren leiblichen Eltern - obwohl ein Gerichtsmediziner schon Anfang 2013 Anzeige wegen des Verdachts auf Kindesmisshandlung gestellt hatte. Zuvor war sie bei einer Pflegemutter und in einem Kinderschutzhaus untergebracht gewesen.

Die Kammer hörte eine Gerichtsmedizinerin als Zeugin, die den mit blauen Flecken übersäten Körper des Mädchens beschrieb. Die Sachverständige berichtete, wie sie in die Wohnung gerufen wurde, wo eine Notärztin das Kind vergeblich wiederzubeleben versucht hatte. Yagmur habe auch an Körperstellen blaue Flecken gehabt, die nicht mit Stürzen erklärbar seien. Zudem seien einige der Verletzungen mit Schminke überdeckt gewesen. Das Mädchen sei an inneren Blutungen gestorben, verursacht von stumpfer Gewalt wie Schlägen mit der Hand.

gam/dpa
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