Familiendrama Mutter gesteht Tötung von zwei Babys

Es war ein grausiger Fund: Ein Baby mit durchgeschnittener Kehle, vergraben an einem See. Nun ist der Fall aufgeklärt, eine 35-Jährige hat gestanden, das Neugeborene und ein weiteres Baby in Niedersachsen getötet zu haben.


Braunschweig - Die Frau legte in mehreren Vernehmungen ein umfassendes Geständnis ab und gestand die Tötung zweier Babys. Ersten Ermittlungen zufolge handelt es sich dabei um ihre Kinder. Damit ist der Tod eines Neugeborenen aufgeklärt, das am 26. Juni 2005 vergraben am Waller See im Landkreis Gifhorn mit durchschnittener Kehle aufgefunden worden war. Zudem beschrieb die 35-Jährige der Mordkommission die Stelle, wo sie möglicherweise erst vor kurzem einen weiteren toten Säugling abgelegt hatte. Dieser wurde am vergangenen Freitag in einem Müllcontainer in Braunschweig gefunden.

Die Polizei hatte die 35-Jährige am vergangenen Donnerstag unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Details wollen Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag auf einer Pressekonferenz in Gifhorn mitteilen. Über das Tatmotiv der Frau gibt es bisher keine Informationen.

Kinder hatten das 2005 getötete Baby beim Spielen an dem See entdeckt. Eine Obduktion ergab, dass dem Kind offensichtlich unmittelbar nach der Geburt die Kehle durchgeschnitten worden war.

Zur Aufklärung des Falls liefen in den vergangenen Jahren intensive Ermittlungen. Zwischenzeitlich hatte die Polizei verlauten lassen, die Mutter stamme vermutlich aus der russischen Republik Karelien und habe vor der Geburt des Babys in Norddeutschland gelebt. Auch die Öffentlichkeit war in der Vergangenheit mit der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" um Mithilfe gebeten worden.

Die Ermittler setzten auch sogenannte Mantrailer-Hunde ein, die menschliche Gerüche über Kilometer verfolgen können. So hätten die Spezialhunde eine Spur aufgenommen, die auf die Bundesautobahn nach Hannover und von dort weiter Richtung Norden führte, teilte die Polizei Anfang vergangenen Jahres mit. Bei einem weiteren Einsatz führte die Spur weiter bis nach Schleswig-Holstein.

ulz/dapd



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