Bestechung mit Bargeld, Zigarren und Sexpartys Wie der Kriminelle Fat Leonard aus Malaysia die U.S. Navy ausnahm

Er hat die U.S. Navy um 35 Millionen US-Dollar betrogen, gestand, kam in Hausarrest – und flüchtete spektakulär: Nun wurde der krebskranke Fat Leonard in Venezuela aufgegriffen.
40.000 US-Dollar Belohnung

40.000 US-Dollar Belohnung

Foto: U.S. Marshals Service / AP

Dies ist die Geschichte eines gigantischen Betrugsfalls und des skrupellosen Betrügers Leonard Glenn Francis. Der malaysische Geschäftsmann, 57, hat die U.S. Navy um viele Millionen Dollar betrogen. Nun soll er verurteilt werden.

Francis, der wegen seiner Körperfülle auch unter dem Namen Fat Leonard bekannt ist, war einst Chef von Glenn Defense Marine Asia (GDMA). Das Unternehmen versorgte Schiffe der Navy im Pazifik und Indischen Ozean mit Treibstoff, Lebensmitteln und sorgte für die Sicherheit der Marinesoldaten. Um sich Aufträge zu sichern, bestach Francis Offiziere der Navy mit Bargeld, Gourmet-Mahlzeiten, Zigarren, seltenem Alkohol und organisierte für sie Sexpartys in Luxushotels, wie verschiedene Medien berichten, etwa »The Guardian«  oder »The New York Times« . Etwa eine halbe Million US-Dollar soll er dafür aufgebracht haben.

Francis wurde im November 2013 verhaftet und bekannte sich zwei Jahre später unter anderem des Betrugs und der Bestechung für schuldig. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und seiner Firma vor, dem US-Militär mindestens 35 Millionen Dollar zu viel berechnet zu haben. Francis kooperierte damals mit der Staatsanwaltschaft. Dennoch droht ihm eine Haft von 25 Jahren.

Als die Einsatzkräfte kamen, war das Haus leer geräumt

Seine Aussagen führten zu Dutzenden von strafrechtlichen Anklagen und der Zwangspensionierung mehrerer hochrangiger Marineoffiziere. Vier Marine-Angehörige wurden bisher verurteilt, mindestens 27 weitere Auftragnehmer und Beamte haben sich schuldig bekannt, Bestechungsgelder angenommen zu haben.

Seit 2018 befand sich Francis in San Diego im Hausarrest, auch, weil er an Nierenkrebs litt. Mehrmals wurde seine Verurteilung verschoben. Diesen Herbst sollte Francis verurteilt werden. Doch Anfang September floh er aus dem Hausarrest. Er befreite sich von seinem Überwachungsband und als die Einsatzkräfte einem Alarm nachgingen, war das Haus des Kriminellen leer geräumt. Nachbarn hatten zuvor beobachtet, dass in den letzten Wochen Umzugswagen auf das Grundstück gefahren waren. Die US-Behörden setzten daraufhin eine Belohnung von 40.000 US-Dollar aus.  

Nun, zwei Wochen nach seiner Flucht konnte Francis aufgegriffen werden, wie die BBC berichtet.  Einsatzkräfte nahmen ihn am Mittwoch auf dem Flughafen Simón Bolívar de Maiquetía in Venezuela fest. Dort hatte Francis versucht, ein Flugzeug nach Russland zu besteigen.

kha
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