"Fernfahrer von Hof" Prostituierten-Mörder soll 13 Frauen getötet haben

Der als "Fernfahrer von Hof" bekannt gewordene Prostituiertenmörder Volker E. soll mehr Opfer getötet haben als bislang bekannt. Der 48-Jährige hatte sechs Morde gestanden, dreizehn Fälle meint die Polizei ihm nachweisen zu können. E. hatte sich im Juli in der Untersuchungshaft erhängt.

Hof - Er ging immer nach demselben Muster vor: Er forderte Prostituierte auf, in seinen Lkw zu steigen, erwürgte sie und verging sich an den Leichen. Der 48-jährige Volker E., auch "Fernfahrer von Hof" genannt, soll mindestens dreizehn Frauen getötet haben. So lautet das Ergebnis der mittlerweile abgeschlossenen Ermittlungen in dem Fall, das vom Polizeipräsidium Oberfranken heute mitgeteilt wurde.

E. hatte sich im Juli in der Untersuchungshaft erhängt. Er selbst hatte sechs Morde gestanden. Wie die Polizei ermittelte, konnte der 48-Jährige in drei weiteren Fällen in der ehemaligen DDR, in Italien und in Frankreich "eindeutig" als Täter ermittelt werden. In vier weiteren Fällen - drei davon in Tschechien, einer in Frankreich - deute alles auf seine Täterschaft hin.

Laut Polizeisprecher Herbert Gröschel prüfte die eingesetzte "Sonderkommission Fernverkehr" nahezu hundert Fälle, für die E. als möglicher Täter genannt wurde. Als Ergebnis der Auswertung von mehreren Dutzend Vernehmungen, rund 700 Spuren und 60.000 Datensätzen seien dann die drei zusätzlichen Fälle übrig geblieben, die nach Einschätzung der Polizei sicher zu einer Verurteilung wegen Mordes geführt hätten.

Dabei handelt es sich um einen Mord in Plauen im April 1987 an einer 18-Jährigen, die E. erwürgt haben soll. Dazu komme ein Mord im italienischen Rezzato an einer ghanaischen Prostituierten im Jahr 2004 sowie ein Mord im französischen Troyes an einer Prostituierten aus Sierra Leone im Jahr 2002.

In den anderen vier Fällen deuteten die ermittelten Indizien laut Gröschel klar auf E. hin. Für eine Verurteilung wäre hier aber nach Einschätzung der Polizei eine zusätzliche Beweiserhebung während eines Prozesses nötig gewesen.

In den letzten Fällen vor seiner Festnahme habe sich E. in seinen Handlungen gesteigert. Er habe den Frauen auch ein Seil um den Hals gelegt, außerdem habe er seine Opfer fotografiert und sich als "Trophäe" einen Haarbüschel abgeschnitten. Zudem habe er sich Notizen zu den Taten gemacht. Bei fünf der sechs von E. gestandenen Morde sei seine Täterschaft per DNA-Test nachgewiesen worden.

Wie Gröschel sagte, werden E. noch etliche weitere Taten zugeschrieben. So sei er nach Einschätzung der Ermittler dringend für 37 versuchte Tötungs- und Körperverletzungsdelikte in der DDR tatverdächtig. Wegen der unvollständigen Aktenlage sei hier aber keine weitere Aufklärung möglich gewesen.

Der aus Sachsen stammende Lkw-Fahrer hatte in der DDR im Gefängnis gesessen, weil er Frauen überfiel und bis zur Bewusstlosigkeit würgte. Nach seiner Haftentlassung nach der Wende zog E. dann in den Westen. Nach Angaben des Polizeisprechers blieb in den Ermittlungen der Zeitraum von 1994 bis 1999 im Dunkeln. Anders als in den anderen Jahren sei es nicht gelungen herauszufinden, was E. in dieser Zeit gemacht habe. Es sei nicht auszuschließen, dass er in dieser Zeit noch weitere Taten verübt habe.

E. war im November vergangenen Jahres in Köln festgenommen worden. Eine Überwachungskamera hatte in Spanien zufällig gefilmt, wie er sein letztes Opfer in den Straßengraben geworfen hatte. Das Leben nahm er sich, kurz bevor die Staatsanwaltschaft Anklage erheben wollte.

pad/AFP