Festnahme in Österreich Zentis-Erpresser drohte mit vergifteten Waffeln

In Innsbruck ist ein 27-jähriger Deutscher festgenommen worden. Er soll versucht haben, den Waffelhersteller Manner zu erpressen. Bei der Festnahme stellte sich heraus: Der Mann ist kein Unbekannter.


Aachen - Eigentlich hätte der 27 Jahre alte Markus R. längst im Gefängnis sitzen sollen. Er war im Juli zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt worden, weil er den Marmeladenhersteller Zentis erpresst hatte.

Jedoch: Unter der Auflage, bei seiner Mutter einzuziehen und 50.000 Euro Kaution zu hinterlegen, erhielt der ehemalige Maschinenbaustudent zunächst Haftverschonung. Ein Termin für den Gang ins Gefängnis wurde nicht festgelegt.

Nun geht es auf direktem Weg in den Knast: Denn nach Angaben des Aachener Generalstaatsanwalts Alexander Geimer ist Markus R. nun in Innsbruck festgenommen worden - weil er erneut versucht haben soll, zwei Lebensmittelfirmen zu erpressen.

Einem Bericht des "Berliner Kuriers" zufolge drohte R. damit , Produkte des Süßwarenherstellers Manner und des Feinkostunternehmens Wojnar's zu vergiften und forderte von den beiden Firmen insgesamt 175.000 Euro.

Die Polizei dem Erpresser dem Bericht zufolge eine Falle. Sie habe ihm eine Kreditkarte zukommen lassen, mit der er das Geld abheben sollte. Dann hätten sich 90 Beamte vor 30 Geldautomaten in der Region Innsbruck auf die Lauer gelegt. Vor einem der Automaten hätten die Fahnder R. schließlich gestellt und nach einer spektakulären Verfolgungsjagd auf der Tiroler Inntal-Autobahn festgenommen.

In dem Zentis-Fall hatte R. mit einem Erpresserbrief 500.000 Euro von dem Unternehmen verlangt. Seine Drohung unterstrich er mit drei vergifteten Gläsern. Die Marmelade habe er mit einer K.O.-Tropfen-ähnlichen, gefährlichen Substanz versetzt. Der Mann aus gutbürgerlichem Haus war in chronischer Geldnot, nachdem er mit seiner Freundin das Leben in der Düsseldorfer Schickeria genossen hatte.

kng/dpa



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