Bei Unfall getötete Familie Polizei nimmt Verdächtigen fest

Er soll für den Verkehrsunfall verantwortlich sein, bei dem am Sonntag in New York ein junges Ehepaar und dessen neugeborenes Baby starben: In Pennsylvania hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Für den 44-Jährigen ist es nicht der erste Konflikt mit dem Gesetz.

DPA/ AP

New York - Wenige Tage nach dem grausigen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht in Brooklyn hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Die Ermittler griffen den Mann im Bundesstaat Pennsylvania auf, nachdem ein Freund ihn dazu gebracht haben soll, sich zu stellen. Bei dem Unfall war ein junges Elternpaar und dessen neugeborenes Baby ums Leben gekommen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers kam Julio A. freiwillig auf die Beamten zu, die auf dem Parkplatz eines Supermarktes im Städtchen Bethlehem auf ihn gewartet hatten. Er sei wegen Verdachts auf Fahrerflucht festgenommen worden und komme auch nicht auf Kaution frei. Der Verdächtige habe bisher keine Aussagen gemacht.

Die Ermittler werfen dem Mann vor, am Sonntagmorgen in Brooklyn einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben. Dabei waren Nachman Glauber und seine hochschwangere Frau Raizy ums Leben gekommen, die gerade auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen waren. Das ungeborene Kind der beiden hatte zunächst überlebt und wurde per Kaiserschnitt entbunden; wenig später starb der Junge allerdings im Krankenhaus. Der Fall hatte weltweit für Erschütterung gesorgt.

Dass sich der mutmaßliche Unfallverursacher nun stellte, geht nach Polizeiangaben auf die Vermittlung eines Freundes des Mannes zurück. Der Bekannte habe sich in der New Yorker Grand Central Station an Polizeibeamte gewandt und diese schließlich zu dem Parkplatz im 80 Kilometer entfernten Bethlehem geführt.

Für A. ist es nicht das erste Aufeinandertreffen mit der Polizei. Noch im Februar war er mit 1,3 Promille Alkohol im Blut am Steuer seines Wagens aufgegriffen worden; ein entsprechendes Verfahren ist in der Schwebe. In den neunziger Jahren saß A. eine zehnjährige Haftstrafe wegen Totschlags ab, nachdem er einen Mann aus Brooklyn erschossen hatte.

In der orthodoxen jüdischen Gemeinde, der die Opferfamilie angehört hatte, nahm man die Nachricht von der Festnahme mit gemischten Gefühlen auf. "Es ist eine bittersüße Pille", sagte Gemeindesprecher Isaac Abraham. "Dass der Verantwortliche festgenommen wurde, ist eine gute Nachricht. Aber es macht keines der Opfer wieder lebendig."

rls/AP



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