Feuer in Flüchtlingsunterkunft Lange Haftstrafe für Asylbewerber

Weil er Feuer in einer Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg gelegt hat, ist ein Asylbewerber zu sieben Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Er habe den Tod mehrere Menschen in Kauf genommen.


Das Landgericht Ravensburg hat einen Mann wegen eines Feuers in einer Flüchtlingsunterkunft in -Württemberg zu einer Haftstrafe verurteilt. Der Asylbewerber muss sieben Jahren und neun Monaten ins Gefängnis.

Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der zur Tatzeit im März 30 Jahre alte Mann den möglichen Tod etlicher im Gebäude schlafender Asylbewerber billigend in Kauf genommen hat. Verurteilt wurde er wegen versuchten Mordes in 26 Fällen, versuchter schwerer Brandstiftung und vorsätzlicher Körperverletzung.

Als Motiv vermutete die Anklagebehörde zur Prozesseröffnung Mitte Oktober Verfolgungsängste - daraus seien Suizidabsichten entstanden. Ein Experte sah keine psychische Erkrankung. Aus Sicht des Gerichts handelte der Angeklagte aus Frust über seine Lebenssituation.

Vor der Zündelei soll der Mann Rauchmelder funktionsunfähig gemacht haben. Dann soll er mitten in der Nacht verschiedene Kleidungsstücke und Papier angezündet haben. Mitbewohner in der Unterkunft im Kreis Biberach bemerkten das Feuer, bevor der Brand auf das Gebäude übergreifen konnte. 26 Menschen, darunter 10 Kinder, wurden gerettet.

asc/dpa

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.