Finnland School-Shooter kannten sich

Über das Internet hielten sie Kontakt: Matti Juhani S., der am Dienstag in einer finnischen Berufsschule elf Menschen erschoss, und der Abiturient Pekka-Eric Auvinen, der im vergangenen November bei einem Amoklauf neun Menschen tötete, kannten sich. Wie weit reichten die Absprachen der beiden?


Helsinki - Sie verfolgten den gleichen Wahn: Die beiden finnischen Schul-Amokläufer haben nach Aussagen von Bekannten direkten Kontakt gehabt. Das berichtete der finnische Fernsehsender TV4. Der Abiturient Pekka-Eric Auvinen, der im vergangenen November an einer Schule acht Menschen erschoss und sich selbst tötete, habe über das Internet Kontakt zum Amokläufer aus dieser Woche gehabt.

Bei dem Massaker am Dienstag hatte der 22 Jahre alte Berufsschüler Matti Juhani S. neun Mitschüler und einen Schul-Angestellten ermordet und zuletzt sich selbst erschossen.Auch die Polizei vermutet Verbindungen zwischen beiden jungen Männern, die weit entfernt voneinander lebten. "Es ist möglich und ich halte es für wahrscheinlich", sagte Chefermittler Jari Neulaniemi. "Sie hatten viele gemeinsame Interessen und Hobbys, zum Beispiel Schießen, und sie hatten die gleichen Vorstellungen und Gedanken. Sie ähnelten sich sehr", sagte der Polizist.

Der Nachrichtenagentur STT/FNB sagte Neulaniemi, dass Saari seine Pistole nachweislich im selben Geschäft in Jokela gekauft habe wie Auvinen, der dort auf das Gymnasium ging. Jokela liege aber rund 300 Kilometer entfernt von Saaris Wohnort. Außerdem ähnele das Vorgehen des zweiten Amokläufers auffallend stark dem seines Vorgängers zehn Monate zuvor.

Der 18-jährige Pekka-Eric Auvinen hatte im November 2007 in Jokela im Norden der Hauptstadt Helsinki sechs Schüler, die Schuldirektorin und eine Krankenschwester erschossen und sich dann selbst getötet.

Die Ermittler erhoffen sich nun von Saaris Computer weitere Erkenntnisse über einen möglichen Kontakt zwischen den beiden jungen Männern.

Die finnische Polizei fürchtet indes Nachahmungstaten: Polizeichef Mikko Paatero erklärte am Donnerstag, man werde die Überwachung von Internetseiten wie YouTube verstärken. Dort hatte der 22-jährige Matti Saari Gewaltvideos veröffentlicht, bevor er am Dienstag zehn Menschen an einer Schule erschoss.

han/AP/dpa/AFP

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