Rheinland-Pfalz Polizei findet weitere Sprengfalle

In der Pfalz ist erneut eine Sprengfalle aufgetaucht. Und wieder traf es jemanden, der mit dem mutmaßlichen Täter Probleme hatte. Die Polizei befürchtet: Das könnte noch nicht das Ende der Serie sein.

Haus des Arztes, der bei einer Explosion ums Leben kam
DPA

Haus des Arztes, der bei einer Explosion ums Leben kam


Der Verdächtige im Fall der Sprengfallen in Rheinland-Pfalz hat vor seinem Tod offenbar weitere explosive Vorrichtungen in Umlauf gebracht. Nachdem bereits ein Mann durch eine Sprengfalle getötet und eine Frau und ihr Kind verletzt wurden, hat die Polizei eine weitere entdeckt. Ermittler der Sonderkommission fanden in einem Carport in Fischbach ein professionell manipuliertes Holzscheit, wie die Polizei mitteilte. Aufgrund der hohen Gefährlichkeit sei der Gegenstand noch vor Ort gesprengt worden.

In dem dazugehörenden Haus sei niemand gewesen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Hausbesitzerin halte sich derzeit in den USA auf. Auch in diesem Fall habe zwischen der Frau und dem möglichen, bereits gestorbenen Täter "eine konfliktbelastete geschäftliche Verbindung" bestanden.

Im Verdacht steht der Landschaftsgärtner Bernhard Graumann aus Mehlingen. Der Mann war am Freitag tot in seinem Haus gefunden worden. Er soll im Streit einen Arzt in Enkenbach-Alsenborn mit einer Sprengfalle getötet und eine Mutter mit ihrer Tochter im benachbarten Otterberg verletzt haben.

Sohn des Verdächtigen arbeitet als Polizeibeamter

Erst gestern hieß es, es sei nicht auszuschließen, dass der Gärtner vor seinem Tod "Vorkehrungen" getroffen habe, um weiteren Personen zu schaden. Nach dem neuerlichen Fund befürchten die Ermittler, dass noch mehr Menschen Opfer eines möglichen Rachefeldzugs des Gärtners werden könnten. Menschen, die mit dem Mann in "problematischer privater oder geschäftlicher Beziehung" standen, sollen sich mit der Polizei in Verbindung setzen.

"Wir ermitteln auch, ob der Mann möglicherweise Helfer hatte", sagte der Polizeisprecher. Hinweise auf eine dritte Person hätten sich aber bisher nicht ergeben. Bei der Durchsuchung des Gärtner-Anwesens waren der Polizei zufolge Schwarzpulver sowie andere Gegenstände gefunden worden, die dem Waffen- oder Sprengstoffgesetz unterliegen.

Die Ursache für den Tod des Gärtners sei unklar. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es nicht. "Für das toxikologische Gutachten sind komplexe Untersuchungen nötig", sagte der Polizeisprecher. Das Ergebnis liege wohl in der kommenden Woche vor. "Medienberichte über einen angeblichen Freitod durch Gift können wir nicht bestätigen."

Der Sprecher bestätigte hingegen, dass der Sohn des Verdächtigen aus Mehlingen bei Kaiserslautern als Polizeibeamter arbeite. "Er ist natürlich nicht an den Ermittlungen beteiligt", unterstrich er.

Der 64 Jahre alte Arzt war am Freitagvormittag in Enkenbach-Alsenborn tot vor seiner Praxis gefunden worden. Ersten Ermittlungen zufolge hat er eine getarnte Sprengvorrichtung an der Eingangstür vom Boden aufheben wollen und damit die Explosion ausgelöst. Bei der anderen Explosion wurden am Sonntag eine Mutter und ihre Tochter verletzt, als ein mit Sprengstoff präpariertes Holzscheit in ihrem Kamin detonierte. Vermutlich hatte der Täter das Holzstück am Anwesen der späteren Opfers in Otterberg deponiert. Nach Polizeiangaben legte eine arglose Bewohnerin das Stück dann mit ins Kaminfeuer.

sth/dpa



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