Fischsterben in der Oder Polen meldet 282 illegale Abwasserleitungen

Die polnische Wasserbehörde hat nach dem massenhaften Fund an toten Fischen zahlreiche nicht genehmigte Abwasserleitungen aufgespürt, die in die Oder führen. Die Polizei ermittelt in Dutzenden Fällen.
Toter Fisch in der Oder in der brandenburgischen Kleinstadt Lebus (Foto vom 18. August)

Toter Fisch in der Oder in der brandenburgischen Kleinstadt Lebus (Foto vom 18. August)

Foto: Patrick Pleul / dpa

Im Zusammenhang mit dem Fischsterben in der Oder hat Polens Wasserbehörde nach eigenen Angaben 282 Abwasserabflüsse ohne Genehmigung entdeckt.

Es werde derzeit geklärt, von wo aus diese Leitungen zur Oder gelegt wurden und wem sie gehören, sagte der designierte neue Chef der Wasserbehörde, Krzysztof Wos. In 57 Fällen sei bereits die Polizei informiert worden.

In der Oder wurden auf polnischer und deutscher Seite in den vergangenen Wochen massenhaft tote Fische entdeckt und eingesammelt. Die Ursache für das Fischsterben ist bislang unklar. Jedoch wurde in Proben sowohl in Polen als auch in Deutschland eine giftige Alge festgestellt.

Auf deutscher Seite war das massive Fischsterben in der Oder am 9. August bekannt geworden. In Polen hatte es dagegen bereits Ende Juli erste Hinweise gegeben.

Die deutschen Behörden werfen der polnischen Seite vor, sie zu spät informiert und damit die Suche nach der Ursache erschwert zu haben. Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki hatte nach Bekanntwerden der Umweltkatastrophe den bisherigen Chef der Wasserbehörde sowie den Leiter der Umweltbehörde entlassen.

jpz/dpa
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