Erschossener Afroamerikaner in Florida Ex-Polizist zu 25 Jahren Haft verurteilt

Es ist das erste derartige Urteil in Florida seit 30 Jahren: Der ehemalige Polizist Nouman Raja soll für lange Zeit ins Gefängnis, weil er den schwarzen Musiker Corey Jones erschossen hatte.

Nouman Raja erschoss einen schwarzen Musiker - nun muss der Ex-Polizist voraussichtlich ins Gefängnis.
Lannis Waters/ Palm Beach Post/ AP/ Pool

Nouman Raja erschoss einen schwarzen Musiker - nun muss der Ex-Polizist voraussichtlich ins Gefängnis.


Ein Gericht im US-Bundesstaat Florida hat gegen einen früheren Polizisten wegen tödlicher Schüsse auf einen Afroamerikaner eine Freiheitsstrafe von 25 Jahren verhängt. Der 41-jährige Nouman Raja wurde wegen Totschlags und versuchten Mordes verurteilt.

Es ist das erste Mal seit 1989, dass in Florida ein Polizist wegen tödlicher Schüsse im Dienst auf einen Schwarzen verurteilt wird. Raja hatte im Oktober 2015 den Musiker Corey Jones erschossen.

Der 31-jährige Schlagzeuger hatte nachts auf dem Heimweg von einem Konzert eine Autopanne. Während er auf einen Abschleppwagen wartete, näherte sich ihm der in Zivil gekleidete Raja. Laut Staatsanwaltschaft wies er sich nicht als Polizist aus und verhielt sich aggressiv.

Jones ging deshalb offenbar davon aus, dass Raja ihn ausrauben wollte - und zog eine Waffe, die er legal besaß. Der Polizist schoss daraufhin sechs Mal und verletzte den Musiker tödlich. Raja ist asiatischer Herkunft. "Das ist keine Rassensache", sagte Clinton Jones Sr., der Vater des Getöteten laut ABC News.

Die Anwälte des Verurteilten kündigten an, in Berufung zu gehen. Sie hatten in dem Prozess argumentiert, dass Raja in Notwehr geschossen habe.

Fälle von Polizeigewalt gegen Afroamerikaner sorgen in den USA immer wieder für Empörung. Im Sommer 2014 löste die Tötung des 18-jährigen Michael Brown in Ferguson im Bundesstaat Missouri Unruhen aus.

bbr/AFP/AP

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