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Angaben des Innenministeriums Angriffe auf Geflüchtete auf Höchstwert seit 2016

Geflüchtete und Asylbewerber sind in Deutschland offenbar vermehrt Attacken ausgesetzt. Die Sicherheitsbehörden registrierten im vergangenen Jahr 2378 Angriffe außerhalb von Unterkünften – fast doppelt so viele wie 2022.
Die Angriffe auf Geflüchtete haben offenbar massiv zugenommen

Die Angriffe auf Geflüchtete haben offenbar massiv zugenommen

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Die Polizei hat in Deutschland 2023 deutlich mehr mutmaßlich politisch motivierte Angriffe auf Geflüchtete und Asylbewerber verzeichnet als in den Jahren zuvor. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage der Linkenpolitikerin Clara Bünger hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Zuvor hatte die »Neue Osnabrücker Zeitung«  über die Zahlen berichtet.

Demnach registrierten die Sicherheitsbehörden insgesamt 2378 Angriffe auf Geflüchtete und Asylbewerber außerhalb von Asylunterkünften, darunter 313 Gewaltdelikte. 219 Menschen wurden verletzt.

»Sehr besorgniserregend, aber nicht überraschend«

Zuletzt wurden 2016 mit 2545 mehr entsprechende Straftaten gegen Geflüchtete gezählt. Die Zahlen zeigten zudem fast eine Verdopplung im Vorjahresvergleich: 2022 wurden laut Innenministerium 1248 Übergriffe gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften registriert. Außerdem verzeichneten die Sicherheitsbehörden 180 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte – der höchste Wert seit 2017. Damals waren es 284.

»Der enorme Anstieg von Straftaten gegen Geflüchtete ist sehr besorgniserregend, kommt aber nicht überraschend«, sagte die Linkenpolitikerin Bünger. Vor dem Hintergrund der verschärften EU-Asylpolitik, der härteren Abschieberegeln der Bundesregierung und des Erfolgs der AfD fügte sie hinzu: »Es ist kein Wunder, dass Rassisten sich in einer solchen gesellschaftlichen Lage bestärkt fühlen, die allgegenwärtigen Ressentiments in die Tat umzusetzen und Geflüchtete anzugreifen.«

bbr/AFP