Flugzeug-Entführung Türkei Kidnapper geben auf - alle Passagiere frei

Die beiden Entführer einer türkischen Verkehrsmaschine haben aufgegeben. Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder sind in Sicherheit. Den meisten Passagieren war die Flucht aus dem Flugzeug gelungen.


Ankara - Die beiden Entführer der Maschine der Fluggesellschaft Atlasjet - es handelt sich um einen Türken und einen Syrer - hatten den Weiterflug aus Antalya in ein Nahost-Land verlangt. Sie hatten das Flugzeug auf dem Weg von Nordzypern nach Istanbul in ihre Gewalt gebracht. Die Piloten erreichten mit dem Hinweis, der Sprit sei zu knapp eine Landung in der türkischen Küstenstadt Antalya.

Dort gelang einem Großteil der 136 Passagiere an Bord und sechs der Besatzungsmitglieder die Flucht aus dem gekaperten Flugzeug. Einige Frauen und Kinder seien von den Entführern frei gelassen worden. Inzwischen sind alle Geiseln frei.

In Verhandlungen mit den Behörden hatten die Entführer vor ihrer Aufgabe verlangt, dass wieder Piloten an Bord kommen und sie mit den in ihrer Gewalt verbliebenen Geiseln in ein Land im Nahen Osten fliegen sollten, meldeten Fernsehsender. Die Behörden lehnten die Forderungen demnach ab und forderten die beiden Männer auf, sich zu ergeben.

Einige Menschen waren bei der Flucht aus dem Flugzeug verletzt worden. Einer der Freigekommenen sagte im türkischen Fernsehen, die Männer hätten Arabisch gesprochen und den Weiterflug nach Syrien verlangt. Zunächst hatte es geheißen, sie wollten nach Teheran. Wiederum andere Passagiere sagten, es sei eine Bombe an Bord gewesen.

Mindestens zwei Passagiere sagten, die Entführer gehörten nach eigenen Angaben dem Terrornetzwerk al-Qaida an, andere Fluggäste bestätigten dies nicht. Ein Passagier berichtete, die meisten Fluggäste hätten sich nach der Landung durch den hinteren Ausgang der Maschine in Sicherheit bringen können, während die Entführer durch den Vorderausgang die Frauen und Kinder freiließen.

Die türkische Nachrichtenagentur Anadolu zitierte den Verkehrsminister des türkisch besetzten Teils von Zypern, Salih Usar, mit den Worten, zwei Iraner hätten die Maschine als Protestaktion gegen die USA entführt.

asc/Reuters/AFP/AP/dpa



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