Bundeswehroffizier unter Terrorverdacht Ermittler fanden bei Franco A. Hakenkreuz-Abzeichen und Waffen

Bundeswehrsoldat Franco A. ist wieder in Untersuchungshaft. Bei seiner Festnahme entdeckten die Ermittler auch einen gefälschten Impfausweis. Sein Pflichtverteidiger will sich aus dem Prozess verabschieden.
Franco A. in Frankfurt am Main vor Gericht: 23 Abzeichen mit Hakenkreuzen

Franco A. in Frankfurt am Main vor Gericht: 23 Abzeichen mit Hakenkreuzen

Foto: ARNE DEDERT / AFP

Bei dem unter Terrorverdacht  stehenden Bundeswehroffizier Franco A. sind bei seiner Festnahme vor knapp zwei Wochen 23 Abzeichen mit Hakenkreuzen beschlagnahmt worden. Das gab der Vorsitzende Richter Christoph Koller am Donnerstag zu Beginn der Verhandlung gegen den Mann vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main bekannt.

Auch weitere Gegenstände seien bei Franco A. sichergestellt worden und sollten von den Ermittlern untersucht werden, sagte der Richter. Darunter waren den Angaben zufolge sieben Hieb- und Stichwaffen, auch Macheten sowie 21 Mobiltelefone, mehr als 50 ungenutzte Prepaid-Karten und ein gefälschter Impfausweis. »Das klingt alles nicht so gut«, sagte der Richter. »Das wird weitere Verfahren nach sich ziehen.« Inwieweit diese Einfluss auf das laufende Verfahren haben könnten, stehe noch nicht fest.

Einer von A.s Verteidigern beantragte, seine Bestellung als Pflichtverteidiger aufzuheben. A. halte seine Verteidigungslinie für unvertretbar, sodass er seine Aufgabe nicht mehr erfüllen könne. Er sehe seine Einflussnahme als erheblich eingeschränkt. Über den Antrag wurde bislang noch nicht entschieden.

Falsche Identität als syrischer Flüchtling

Der Bundeswehroffizier muss sich wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat verantworten. Die Bundesanwaltschaft wirft A. vor, Anschläge auf Politiker geplant zu haben. Der Offizier legte sich zudem eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zu – aus Sicht der Ankläger, um nach einem Anschlag den Verdacht gegen Flüchtlinge zu richten und das Vertrauen in die Asylpolitik zu erschüttern. Die Bundesanwaltschaft sieht eine völkisch-nationalistische Haltung als Motiv.

Der Bundeswehrsoldat bestreitet die Vorwürfe größtenteils, räumt aber ein, im Besitz mehrerer Waffen gewesen zu sein, die er unter anderem an seinem Dienstort aufbewahrte. Zu ihrem Verbleib wollte er bisher keine Angaben machen.

A. war im Februar 2017 auf dem Wiener Flughafen festgenommen worden, als er eine geladene Pistole aus einem Versteck auf einer Flughafentoilette holen wollte. Im November 2017 kam er auf freien Fuß, vor zehn Tagen wurde er erneut festgenommen und befindet sich nun wieder in Untersuchungshaft.

ptz/dpa/AFP