"American Gangster" Drogenbaron Frank Lucas ist tot

In Soldatensärgen geschmuggeltes Heroin, Umsätze von einer Million Dollar am Tag: Um den Drogenboss Frank Lucas ranken viele Mythen. Nun ist der 88-Jährige, dessen Leben unter dem Titel "American Gangster" verfilmt wurde, gestorben.

Frank Lucas
Jim Cooper/ AP/ DPA

Frank Lucas


Einer der berüchtigsten US-Drogenbarone der Sechziger- und Siebzigerjahre, Frank Lucas, ist tot. Lucas sei im Alter von 88 Jahren eines natürlichen Todes gestorben, sagte sein Neffe Adrian Lassiter am Freitag dem Magazin "Rolling Stone". International bekannt wurde Lucas durch den Thriller "American Gangster" von 2007 mit Denzel Washington in der Rolle des Drogenbarons.

Der Afroamerikaner wuchs in North Carolina auf, wurde aber Ende der Sechziger einer der größten Heroin-Dealer von New York. Das Rauschgift aus Südostasien schmuggelte er nach eigenen Angaben in den Särgen von im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten in die USA. Obwohl Zeitzeugen Lucas' Behauptungen immer wieder infrage stellten, übernahm Regisseur Ridley Scott sie für seinen halbbiografischen Film.

Denzel Washington in "American Gangster"
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Denzel Washington in "American Gangster"

Lucas selbst erzählte der "New York Times" im Jahr 2000, dass er auf dem Höhepunkt seiner kriminellen Karriere eine Million Dollar am Tag eingenommen habe. Seinen Reichtum trug er gern zur Schau, unter anderem beim berühmten Boxwettkampf 1971 zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier im Madison Square Garden, den er mit langem Pelzmantel und passendem Hut besuchte.

Mehr Tote als der KKK?

Nach seiner Verhaftung 1975 und seiner Verurteilung zu 70 Jahren Haft arbeitete Lucas mit den Behörden zusammen. Sechs Jahre später wurde er begnadigt, kam aber 1984 erneut wegen Drogenhandels in Haft. Diesmal musste er seine siebenjährige Haftstrafe absitzen. Sein Leben verarbeitete er in dem 2010 veröffentlichten Buch "Original Gangster".

Richard M. Rogers, der die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von New Jersey gegen Lucas anführte, hatte sich in späteren Jahren mit ihm angefreundet. In einem Interview sagte er 2007 jedoch mit Hinblick auf die Toten, die das von Lucas geschmuggelte Heroin in den schwarzen Communities von New York forderte: "Frank Lucas hat wahrscheinlich mehr schwarze Leben zerstört, als es sich der Ku Klux Klan jemals erträumen könnte."

hpi/AFP

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