Baby vom Balkon geworfen Vater muss wegen Mordes 15 Jahre ins Gefängnis

Im Prozess zum Tod eines nur wenige Wochen alten Babys hat das Landgericht Frankenthal einen 35-Jährigen zu einer langen Haftstrafe verurteilt. Er hatte sein Kind vom Balkon im zweiten Stock geworfen.

Der Angeklagte im Gerichtssaal
Uwe Anspach/dpa

Der Angeklagte im Gerichtssaal


Nach einem Streit mit seiner Lebensgefährtin warf ein Vater in Rheinland-Pfalz 2016 seine zwei Monate alte Tochter aus dem Fenster. Der heute 35-Jährige ist nun wegen Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Geiselnahme vom Landgericht Frankenthal verurteilt worden. Die Kammer verhängte eine 15-jährige Gefängnisstrafe gegen den Mann.

Das Kind war in der Nacht zum 14. Mai 2016 vom Balkon im zweiten Stock eines Hauses in Frankenthal rund 7,50 Meter in die Tiefe gestürzt. Es starb an einem mehrfachen Schädelbruch. Bei der Auseinandersetzung hatte der Mann auch seine 20 Jahre alte Partnerin und seine sechsjährige Tochter aus einer früheren Beziehung mit einem Messer verletzt.

Schuldfähigkeit eingeschränkt

Die Staatsanwaltschaft hatte unter anderem wegen Mordes, Geiselnahme und Körperverletzung eine Gesamtstrafe von 15 Jahren Gefängnis gefordert. Sie sah durch Kokainkonsum zur Tatzeit eine eingeschränkte Schuldfähigkeit. Die Nebenklage hatte eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert.

Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Der Angeklagte sei durch Drogen in einen Angstzustand und ein paranoides Verhalten geraten. Auf dem Balkon sei ihm seine kleine Tochter entglitten. Bereits im November 2016 hatte der nun verurteilte Mann jedoch gestanden: "Ich habe meine eigene Tochter - unser kleines süßes Baby - mit eigenen Händen umgebracht."

apr/dpa



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