Gerichtsgutachter über psychotische Täter Wieso stößt jemand ein Kind vor einen Zug?

Im Interview spricht der forensische Psychiater Hans-Ludwig Kröber über psychotische Täter und erläutert, warum solche Attacken kaum vorherzusehen sind.

Hans-Ludwig Kröber gilt als einer der profiliertesten Gerichtsgutachter der Republik
Norbert Michalke

Hans-Ludwig Kröber gilt als einer der profiliertesten Gerichtsgutachter der Republik

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Die Tat macht fassungslos, sie löste bundesweit Trauer und Entsetzen aus: Am Montag stieß ein 40-Jähriger am Hauptbahnhof in Frankfurt am Main einen Achtjährigen vor einen einfahrenden ICE. Der Junge starb, der Tatverdächtige wurde festgenommen.

Nun steht vor allem eine Frage im Raum: Warum stößt jemand offenbar willkürlich ein Kind auf die Gleise? Laut der Schweizer Kantonspolizei Zürich sowie dem zuständigen Schweizer Staatsanwalt gibt es Hinweise, dass der 40-Jährige wegen psychischer Probleme in Behandlung war.

Hans-Ludwig Kröber gilt als einer der profiliertesten Gerichtsgutachter der Republik. Mit Fällen wie diesem kennt sich der 68-Jährige aus.

20 Jahre leitete er das Institut für Forensische Psychiatrie in Berlin und die dazugehörige Ambulanz, die Hochrisikotäter nach ihrer Entlassung betreut. In dieser Zeit sprach Kröber auch mit Männern, die ihnen unbekannte Passanten vor einfahrende Züge stießen.

Lesen Sie hier das ganze Gespräch mit Hans-Ludwig Kröber.

Die Täter, die er damals begutachtete, hätten zuvor ein massives Verfolgungsempfinden gehabt. Im Interview erklärt Kröber, warum Attacken wie die in Frankfurt so schwer vorherzusehen sind - und weshalb psychisch Erkrankte mitunter zu spät Hilfe bekommen.

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