Frankfurt am Main Ermittler gehen gegen mutmaßliche Schleuserbande vor

Bis zu 180.000 Euro für einen Aufenthaltstitel: Eine 40-Jährige und ein 36-Jähriger aus Hessen sollen chinesische Staatsangehörige gegen hohe Summen nach Deutschland geschleust haben.
Einsatz in Frankfurt am Main: Verdacht auf Einschleusung

Einsatz in Frankfurt am Main: Verdacht auf Einschleusung

Foto: Bundespolizeidirektion Koblenz

Hessische Ermittler haben zwei Personen verhaftet, die die Köpfe einer mutmaßlichen Schleuserbande sein sollen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt am Main rückten am Mittwoch rund 200 Beamte zu Razzien im Rhein-Main-Gebiet aus. Außerdem gab es Durchsuchungen in Hamburg.

Die Mitglieder der Bande sollen laut der Generalstaatsanwaltschaft  seit September 2014 mindestens elf Chinesen zu einem illegalen Aufenthalt verholfen haben, indem sie Scheinfirmen gründeten und die Personen für angebliche Führungsjobs ins Land holten.

Die Behörden stellten Aufenthaltstitel für die vermeintlichen neuen Arbeitnehmer aus. Auch ein Rechtsanwalt und eine Versicherungsvermittlerin sind verdächtig.

Die Firmen existierten offenbar nur auf dem Papier

Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich um zwei Deutsche, einen Mann im Alter von 36 und eine Frau im Alter von 40 Jahren, die als Hauptbeschuldigte gelten. Sie betreiben ein Unternehmen in Frankfurt am Main mit Niederlassungen in China und gründeten die lediglich auf dem Papier bestehenden Scheinfirmen.

Für ihre Dienste verlangten sie laut Ermittlern eine Bezahlung zwischen 7500 Euro und 180.000 Euro. Fünf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der Hauptbeschuldigten sollen Komplizen der beiden gewesen sein.

bbr/AFP