Unter Terrorverdacht stehender Ex-Bundeswehroffizier Haftbefehl gegen Franco A. erlassen

Spezialkräfte der Polizei nahmen ihn fest: Franco A., der wegen mutmaßlicher Anschlagspläne derzeit vor Gericht steht, muss wieder in U-Haft. Es bestehe Flucht- und Verdunkelungsgefahr.
Franco A. (2021): Soll Anschläge auf Politiker geplant haben

Franco A. (2021): Soll Anschläge auf Politiker geplant haben

Foto: Thomas Lohnes / dpa

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat Haftbefehl gegen den unter Terrorverdacht stehenden früheren Bundeswehroffizier Franco A. erlassen. Spezialkräfte der Polizei hätten den Mann am Sonntagvormittag festgenommen, teilte das Gericht mit.

A. werden die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, Verstöße gegen das Waffengesetz, das Kriegswaffenkontrollgesetz und das Sprengstoffgesetz sowie Diebstahl und Betrug vorgeworfen. Seit Mai 2021 steht er deshalb vor Gericht.

Der Ex-Bundeswehroffizier war bereits im Jahr 2017 einige Monate in Untersuchungshaft, bis der Haftbefehl durch einen Beschluss des Bundesgerichtshofs aufgehoben wurde.

Falsche Identität als syrischer Flüchtling

Bei einer Personenkontrolle in Offenbach am Main seien am Freitag Gegenstände bei A. gefunden worden, »die als Beweismittel in Betracht kommen«, hieß es nun. Aufgrund von Verdunkelungs- und Fluchtgefahr sei der Haftbefehl am Samstagabend erlassen worden.

A. soll Anschläge auf Politiker geplant haben. Der frühere Offizier legte sich demnach auch eine falsche Identität als syrischer Flüchtling zu – aus Sicht der Ankläger, um den Verdacht nach einem Anschlag auf Flüchtlinge zu richten und das Vertrauen in die Asylpolitik zu erschüttern.

Die Bundesanwaltschaft sieht eine völkisch-nationalistische Haltung als Motiv. Franco A. bestreitet die Vorwürfe größtenteils. Er räumt aber ein, mehrere Waffen besessen und unter anderem an seinem Dienstort aufbewahrt zu haben.

bbr
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