Ausschreitungen in Frankfurt am Main Polizeipräsident spricht von "Hagel von Flaschenwürfen"

Bei Krawallen in Frankfurt am Main sind mindestens fünf Polizisten verletzt worden: Überwiegend junge Männer sollen Beamte am Opernplatz mit Flaschen beworfen haben. Acht Personen sind noch in Gewahrsam.
Gerhard Bereswill: Ausschreitungen als "negativer Höhepunkt"

Gerhard Bereswill: Ausschreitungen als "negativer Höhepunkt"

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

In der Nacht zu Sonntag kam es am Frankfurter Opernplatz zu Krawallen - Ausgangspunkt dafür soll eine Massenschlägerei gewesen sein. Das sagte Gerhard Bereswill, der Polizeipräsident der Stadt, auf einer Pressekonferenz. Zahlreiche Menschen sollen in der Nacht die eingreifenden Polizisten "massiv" mit Flaschen beworfen haben.

39 Menschen wurden festgenommen, acht befinden sich noch in Gewahrsam. Man erörtere mit der Staatsanwaltschaft, ob in diesen Fällen Untersuchungshaft wegen schweren Landfriedensbruchs beantragt werde, sagte Bereswill. Mindestens fünf Polizisten wurden dem Polizeipräsidenten zufolge verletzt, sie trugen Schürfungen und Prellungen davon.

Bereswill bezeichnete die Ausschreitungen als "absoluten, negativen Höhepunkt" der vergangenen Wochen. Die Stimmung gegenüber der Polizei habe sich in den vergangenen Wochen hochgeschaukelt. Bereswill sprach von einer "undifferenzierten Vorwurfslage" gegenüber der Polizei im Zusammenhang mit Berichten über Rassismus und Polizeigewalt. Der hessische Landespolizeipräsident Udo Münch war am Dienstag im Zusammenhang mit einer Affäre um Drohmails und ein mögliches rechtes Netzwerk in der Polizei zurückgetreten.

"Gegen ein Uhr begann die Stimmung zu kippen"

Der Polizei zufolge hatten in der Nacht auf Sonntag etwa 3000 Menschen auf dem Opernplatz zunächst friedlich gefeiert. "Gegen ein Uhr begann die Stimmung zu kippen", sagte Bereswill. Die Stimmung sei aggressiver geworden und es habe kleinere, auch körperliche Auseinandersetzungen zwischen den Feiernden gegeben. Gegen drei Uhr sei es dann zu einer Schlägerei gekommen, an der ungefähr 25 bis 30 Menschen beteiligt gewesen seien. Dabei wurde offenbar eine Person verletzt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich laut Bereswill noch 500 bis 800 Menschen auf dem Platz.

Als die Polizei eingeschritten sei, um die Schlägerei zu schlichten und der verletzten Person zu helfen, habe sich die Gewalt jedoch gegen die Polizisten gewendet. Die Einsatzkräfte seien aus der Menge mit Flaschen beworfen worden. Die Umstehenden hätten "begonnen zu johlen und Beifall zu klatschen, wenn Kollegen getroffen wurden", sagte Bereswill.

Die Beamten vor Ort hätten Unterstützung hinzugerufen und so schließlich den Platz geräumt. Dabei sei es zu einem "Hagel von Flaschenwürfen" gekommen. Bei den 39 Festgenommenen handele es sich um Menschen, die als Flaschenwerfer identifiziert werden konnten. Es seien überwiegend junge Männer im Alter von 17 bis 21 Jahren.

bbr
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