Nach Attacke in Frankfurt am Main Bundespolizei will mehr Präsenz an Bahnhöfen zeigen 

Wenige Tage nach der Tötung eines Achtjährigen am Frankfurter Hauptbahnhof hat die Bundespolizei angekündigt, den Schutz an Bahnhöfen zu erhöhen. Die Grünen zeigen sich skeptisch - es gebe zu wenig Personal.

Die Bundespolizei will mehr Präsenz an Bahnhöfen zeigen
ARMANDO BABANI/ EPA-EFE/ REX

Die Bundespolizei will mehr Präsenz an Bahnhöfen zeigen


Nach der tödlichen Attacke auf einen achtjährigen Jungen auf dem Frankfurter Hauptbahnhof will die Bundespolizei mehr Präsenz an stark genutzten Bahnhöfen zeigen. Ziel sei es, den Schutz vor Gewaltstraftaten dort weiter zu erhöhen, teilte die Behörde mit. Um wie viele zusätzliche Einsatzkräfte es sich handele, wurde nicht bekannt gegeben.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Dienstag eine größere Polizeipräsenz und mehr Videoüberwachung an Bahnhöfen verlangt. Die Grünen hatten sich skeptisch gezeigt: "Die Personalsituation bei der Bundespolizei ist trotz höherer Einstellungszahlen sehr angespannt", sagte die innenpolitische Sprecherin Irene Mihalic den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Daher muss man sich schon fragen, wo das zusätzliche Personal für mehr Präsenz an den Bahnhöfen eigentlich herkommen soll."

Am Montag hatte ein 40-Jähriger eine Mutter und ihren achtjährigen Sohn im Hauptbahnhof von Frankfurt am Main vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Während die Mutter sich retten konnte, wurde der Junge von dem ICE überrollt und getötet. In der Woche zuvor hatte ein 28-Jähriger im niederrheinischen Voerde eine 34-Jährige vor einen einfahrenden Zug gestoßen und getötet.

Ein Experte soll ein psychiatrisches Gutachten über den Tatverdächtigen aus Frankfurt erstellen. Es sei ein Sachverständiger beauftragt worden, der mit dem 40-Jährigen entsprechende Gespräche führe, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Gegen ihn wird wegen Mordes und zweifachen Mordversuchs ermittelt. Er soll auch versucht haben, eine 78-Jährige ins Gleisbett zu stoßen. Die Frau habe sich aber retten können.

Der Vater von drei Kindern sitzt in Untersuchungshaft. Er soll die Personen, die er attackierte, nicht gekannt haben. Der Mann stammt aus Eritrea und lebte seit 2006 in der Schweiz. Laut der Züricher Polizei war er in psychiatrischer Behandlung.

Unterdessen kursiert in den sozialen Medien ein Foto, welches vermeintlich das achtjährige Opfer zeigen soll. Auf einem über das Bild gelegten Schriftzug wird er als der Junge vorgestellt, "der unter die Räder des 100 Tonnen schweren ICE" gestoßen wurde. Dabei handelt es sich aber um ein anderes Kind. Das Foto ist seit spätestens 2014 in verschiedenen Versionen im Internet zu finden.

bbr/dpa

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