Frankfurt Kannibale steht erneut vor Gericht

Der Prozess gegen den Kannibalen von Rotenburg wird seit heute neu aufgerollt. Zu Beginn der Verhandlung zweifelten die Verteidiger die Zuständigkeit des Frankfurter Gerichts an. Ihr Mandant gab sich indes gutgelaunt.


Frankfurt am Main - Der 44-Jährige erschien pünktlich und scherzte gelöst mit seinen drei Anwälten. Diese stellten den Antrag, dass Verfahren an das Landgericht Fulda, Marburg oder Gießen abgegeben werde, weil sie die Zuständigkeit des Frankfurter Landgerichts ablehnen. Die Verhandlung wurde für ein paar Stunden unterbrochen.

Der Bundesgerichtshof hatte im vergangenen Jahr den Fall an das Landgericht Frankfurt verwiesen. Nach Ansicht der Richter kann ein derartiger Fall kleineren Gerichten nicht zugemutet werden. Der Computertechniker Armin Meiwes muss im zweiten Prozess mit einer Bestrafung wegen Mordes rechnen. Das Urteil des Kasseler Landgerichts, das auf achteinhalb Jahre Gefängnis wegen Totschlags lautete, wurde auf Revision der Staatsanwaltschaft hin vom Bundesgerichtshof aufgehoben, weil mehrere Mordmerkmale nicht berücksichtigt wurden. Meiwes hatte im März 2001 einen Ingenieur aus Berlin erstochen, zerlegt und teilweise gegessen.



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