Mit Eiern und Flaschen beworfen Frankfurter Polizisten erneut aus Menschenmenge angegriffen

Wieder Frankfurt, wieder ein Angriff aus der Menschenmenge: Polizisten in der Stadt sind erneut aus einer großen Gruppe mit Flaschen und Eiern beworfen worden. Die Beamten nahmen neun Tatverdächtige vorläufig fest.
Frankfurter Hauptwache (Archivbild): 17-Jähriger soll vor den Haftrichter

Frankfurter Hauptwache (Archivbild): 17-Jähriger soll vor den Haftrichter

Foto: Boris Roessler / dpa

500 bis 800 Menschen versammelten sich - ohne die Corona-Regeln einzuhalten - am Halloween-Abend vor der Frankfurter Hauptwache. Polizisten wurden aus der Menschenmenge heraus angegriffen. Es flogen Eier und Flaschen, wie die Beamten am Sonntag mitteilten . Bereits kurz zuvor sollen zudem Polizisten auf der Einkaufsstraße Zeil zusätzlich auch mit Steinen beworfen worden sein.

Bereits Mitte Juli waren bei Ausschreitungen am Frankfurter Opernplatz fünf Polizisten verletzt und 39 mutmaßliche Krawallmacher vorübergehend festgenommen worden. Polizisten waren aus der Menge der Feiernden heraus angegriffen worden, Polizeipräsident Gerhard Bereswill sprach von einem "Hagel von Flaschenwürfen", der auf die Beamten niedergegangen sei. Die Stadtverwaltung reagierte mit einem Betretungsverbot für den Opernplatz, der sich wegen geschlossener Bars und Klubs zu einer Art Open-Air-Partyzone entwickelt hatte.

Polizeipräsident: "Werden konsequent vorgehen"

Nach den jüngsten Angriffen in Frankfurt nahm die Polizei insgesamt neun Tatverdächtige fest. Acht Verdächtige kamen mangels Haftgründen wieder auf freien Fuß. Ein polizeibekannter 17-Jähriger verbrachte die Nacht dagegen in einer Zelle des Präsidiums und sollte noch am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Bereits in der Nacht zum Freitag waren in Frankfurt Polizisten angegriffen worden, die eine Auseinandersetzung zwischen zwei Männern schlichten wollten. Die Ermittlungen in diesem Fall führten nun zu einem 18-Jährigen, der einen 27-jährigen Polizeibeamten attackiert haben soll. Der Beamte war nach dem Angriff nicht mehr dienstfähig.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagte nach den jüngsten Angriffen auf Polizisten in seiner Stadt, es sei "unerträglich, wenn sich Personen gegen die Polizei spontan zusammenrotten". "Dass sich Personen zusammentun, um die Kolleginnen und Kollegen massiv tätlich anzugehen und billigend in Kauf nehmen, dass sie eventuell schwere Verletzungen davontragen, verurteile ich auf das Schärfste", so Bereswill. "Seien Sie gewiss, dieses Verhalten lassen wir uns nicht bieten und werden konsequent dagegen vorgehen."

Außer in Frankfurt war es in den vergangenen Monaten etwa auch in Stuttgart zu Angriffen auf Polizisten aus Menschenmassen heraus gekommen.

apr/AFP
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