Nach Krawallen Stadt Frankfurt verhängt Betretungsverbot für Opernplatz

Die Stadt Frankfurt hat auf die Krawalle am Wochenende reagiert: Der Opernplatz soll zeitweise gesperrt werden. Der Polizeipräsident gab zudem neue Informationen über die Verdächtigen bekannt.
Schauplatz der Krawalle: Der Opernplatz

Schauplatz der Krawalle: Der Opernplatz

Foto: Ralph Peters/ imago images/Ralph Peters

Nach den Krawallen auf dem Frankfurter Opernplatz hat die Stadt erste Konsequenzen bekannt gegeben. Sicherheitsdezernent Markus Frank verkündete, auf dem Opernplatz solle an den Wochenenden ein zeitlich begrenztes Betretungsverbot gelten.

Es gelte in den Nächten auf Samstag und Sonntag ab Mitternacht; ab 1 Uhr sei der Platz dann gesperrt. Die Regel gelte bereits ab dem nächsten Wochenende. Es handle sich dabei um ein "Signal an die Störer", sagte Frank. Es lohne sich nicht, "hier aufzutauchen".

In der Nacht zu Sonntag war es am Frankfurter Opernplatz zu Krawallen gekommen. Ausgangspunkt war laut Polizei eine Schlägerei mit 25 bis 30 Beteiligten. Als die Beamten eingeschritten seien, um die Schlägerei zu schlichten und einer verletzten Person zu helfen, habe sich die Gewalt jedoch gegen die Polizisten gewendet. Die Einsatzkräfte seien aus der Menge mit Flaschen beworfen worden. 39 Menschen wurden festgenommen.

Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill gab bei der Pressekonferenz weitere Informationen über die Verdächtigen bekannt. Bis auf eine Person seien alle männlich und zwischen 17 und 23 Jahre alt. Gegen sie werde wegen Körperverletzung, versuchter Körperverletzung oder schweren Landfriedensbruchs ermittelt.

"Überwiegend polizeilich bekannt"

Die Personen seien "überwiegend polizeilich bekannt". Bereswill nannte Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Diebstahls, Drogenhandels. Die Verdächtigen sollen zur Tatzeit "zum Teil" alkoholisiert gewesen sein.

Nur zehn der mutmaßlichen Täter seien in Frankfurt am Main wohnhaft. Die übrigen kämen aus Heidelberg, Darmstadt, Hanau, Limburg oder Koblenz. Sie hätten "überwiegend" Migrationshintergrund. Bereswill nannte so unterschiedliche Länder wie Afghanistan, Syrien, Spanien, Marokko, Türkei. Ihm zufolge überwiegt bei den Migrationshintergründen kein bestimmtes Land.

Der Polizeipräsident kündigte an, für die Betroffenen eine Aufenthaltsverbotsverfügung zu prüfen. So wolle man vermeiden, dass diese erneut in Frankfurt "in Erscheinung treten". Außerdem werde der Aufenthaltsstatus geprüft, dazu nehme man Kontakt mit den Ausländerbehörden auf.

Die Polizei werde die Sperrung des Opernplatzes überwachen und in der Stadt nachts am Wochenende vermehrt präsent sein.

bbr/jpz