Tödliche Prügelei in Frankfurter Disco Türsteher zu langen Haftstrafen verurteilt

Sie prügelten auf einen Discobesucher ein, der Mann starb an den schweren Verletzungen: Nun sind drei Türsteher sowie ein Angestellter einer Frankfurter Discothek zu Haftstrafen verurteilt worden. Die beiden Hauptangeklagten müssen für neun und zehneinhalb Jahre ins Gefängnis.

Zwei der vier Angeklagten vor Gericht: Tödliche Attacke auf Discobesucher
DPA

Zwei der vier Angeklagten vor Gericht: Tödliche Attacke auf Discobesucher


Frankfurt am Main - Rund fünf Monaten dauerte der Prozess wegen einer tödlichen Disco-Attacke, nun ist das Urteil vor dem Frankfurter Landgericht gefallen: Die vier Täter, drei Türsteher sowie ein Angestellter der Frankfurter Discothek U60311, müssen in Haft.

Die beiden Hauptangeklagten im Alter von 30 und 36 Jahren müssen wegen Totschlags zehneinhalb beziehungsweise neun Jahre ins Gefängnis. Ein 20-jähriger Disco-Angestellter erhielt ebenfalls wegen Totschlags eine Jugendstrafe von fünf Jahren. Ein dritter, 34-jähriger Türsteher wurde wegen gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Die Türsteher waren laut Urteil in der Nacht zu Ostermontag des vergangenen Jahres wegen einer Schlägerei in den Keller der Discothek gerufen worden. Zwei der Angeklagten seien auf einen Briten losgegangen, obwohl der mit der Rangelei nichts zu tun gehabt habe. Sie schlugen und traten massiv auf den 31-Jährigen ein. Ein dritter Türsteher habe einen Zeugen aufgehalten, der dem angegriffenen Besucher helfen wollte.

Das Opfer erlitt schwere innere Blutungen und starb zwei Tage später im Krankenhaus. Die Richter sprachen von einer Spontantat, bei der die Angeklagten das Opfer zwar nicht töten wollten, dessen Tod aber billigend in Kauf genommen hätten. Mit den verhängten Strafen blieb das Landgericht unter den Anträgen der Staatsanwaltschaft, die Freiheitsstrafen zwischen sieben und 13,5 Jahren beantragt hatte.

Die Verteidiger, die Bewährungsstrafen und in einem Fall einen Freispruch gefordert hatten, kündigten unmittelbar nach dem Urteil an, Revision einlegen zu wollen. In dem rund fünf Monate dauernden Prozess war es zu heftigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Verteidiger warfen den Richtern und der Staatsanwaltschaft vor, die Vorwürfe nicht richtig aufgeklärt zu haben. Es sei nicht deutlich geworden, was in der Discothek tatsächlich passiert sei.

amp/dpa/dapd



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