Missbrauch in katholischer Kirche Staatsanwaltschaft fordert Freispruch von Lyoner Erzbischof

Das Verfahren gegen Kardinal Philippe Barbarin lief erst wenige Tage, nun fordert die Staatsanwaltschaft das Ende. Die schwerwiegenden Tatbestände seien teils verjährt.

Kardinal Philippe Barbarin
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Kardinal Philippe Barbarin


Im Prozess wegen der Vertuschung von Missbrauchsvorwürfen hat die französische Staatsanwaltschaft einen Freispruch des Lyoner Erzbischofs Philippe Barbarin gefordert. "Ein Teil der Tatbestände ist verjährt, und für diejenigen, die nicht verjährt sind, wurden keine Straftaten festgestellt", erklärte die Staatsanwaltschaft nach Angaben des Senders France Info.

Kardinal Barbarin und fünf weiteren Geistlichen wird vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben - dieser soll in den 1980er Jahren gegen Dutzende Kinder übergriffig geworden sein. Die Ermittlungen gegen Barbarin waren schon 2016 eingestellt worden.

Die stellvertretende Staatsanwältin Charlotte Trabut argumentierte nun, dem Erzbischof könne nicht nachgewiesen werden, dass er den mutmaßlichen Missbrauch junger Pfadfinder durch den Pfarrer Bernard Preynat absichtlich verschwiegen habe. Auch unterlassene Hilfeleistung könne ihm nicht zur Last gelegt werden.

"Ich habe nie versucht, diese schrecklichen Taten zu verbergen, geschweige denn sie zu vertuschen", hatte Barbarin zum Prozessauftakt am Montag gesagt. Während des Verfahrens hatten auch Missbrauchsopfer ausgesagt.

Barbarin galt Beobachtern zufolge lange als eine Art Shootingstar der katholischen Kirche in Frankreich. 2002 wurde er mit nur 51 Jahren Erzbischof von Lyon und damit höchster katholischer Würdenträger in dem Land.

fek/dpa/AFP



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