Frankreich Gattin täuschte Jungfräulichkeit vor - Ehe annulliert

Wie ehrlich muss man sein, wenn man heiratet? Die Antwort eines Gerichts im französischen Lille lautet: sehr. Die Juristen haben dort eine Ehe annulliert, weil sich die muslimische Gattin fälschlicherweise als Jungfrau ausgegeben hatte.


Paris - Als der Mann in der Hochzeitsnacht die Täuschung bemerkte, beantragte er umgehend die Auflösung der Ehe. Mit Erfolg: Ein Gericht in Lille gab seinem Antrag statt, wie die Zeitung "Libération" am Donnerstag berichtete.

Der Mann und die Frau sind Muslime. Sie habe ihrem Verlobten ihre sexuellen Erfahrungen verheimlicht, aus Sorge, er hätte sie sonst nicht geheiratet, räumte die Frau vor Gericht ein. Damit habe sie ihn "über eine ihrer grundlegenden Eigenschaften" getäuscht, erklärte der beschwindelte Gatte. Die Lüge mache eine Ehe unmöglich.

Die Richter gaben ihm Recht. Die falsche Angabe der Frau sei ein objektiver Betrug, der für die Einwilligung zur Heirat entscheidend gewesen sei, heißt es in ihrer Begründung.

jdl/AP



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