Frankreich Kokainpäckchen angespült - mehrere Strände gesperrt

Seit Wochen werden an französischen Stränden Drogenpäckchen angespült - insgesamt rund eine Tonne. Die Ermittler rätseln über die Herkunft.
Einer von zahlreichen Fundorten: Kokainpäckchen an einem Strand von Le Porge

Einer von zahlreichen Fundorten: Kokainpäckchen an einem Strand von Le Porge

Foto: AFP

An der französischen Atlantikküste werden seit Wochen Drogen angespült. An den Stränden werden vor allem Päckchen gefunden, die Kokain mit einem sehr hohen Reinheitsgrad von 83 Prozent enthalten, teilte die Polizei mit. Sie rief Menschen, die sie finden, auf, diese nicht anzurühren, sondern die Ermittler zu verständigen.

Doch nicht alle Finder hielten sich daran. Am Montag wurde an dem Strand von Lacanau in der Nähe von Bordeaux ein 17-Jähriger mit fünf Kilogramm Kokain gefasst. Der Jugendliche soll aus der drei Stunden entfernten Stadt Toulouse angereist sein.

Die Polizei riegelte rund ein halbes Dutzend Strände ab und lässt dort Beamte patrouillieren. Spaziergänger in der Umgebung werden durchsucht und auch nahe gelegene Parkplätze stehen unter besonderer Beobachtung. Zur Überwachung des 125 Kilometer langen Strandabschnitts zwischen Cap Ferret und Soulac-sur-Mer war außerdem ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Bis Dienstag seien 872 Kilogramm Drogen an den Stränden eingesammelt worden, teilte Staatsanwalt Philippe Astruc aus der nordwestfranzösischen Stadt Rennes mit, wo die Einsätze an den Stränden koordiniert werden. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge wurde sogar schon mehr als eine Tonne gefunden. Das Kokain könne wegen seines hohen Reinheitsgrads leicht eine tödliche Überdosis verursachen.

Strand in Capbreton

Strand in Capbreton

Foto: Gaizka Iroz/ AFP

Nach Angaben der Behörden wurden Funde von Nantes bis nach Biarritz gemeldet. Damit erstrecken sich die Fundgebiete auf eine Länge von mehr als 500 Kilometer. Um die Herkunft der Drogen zu klären, arbeiten die französischen Ermittler mit der Polizei anderer europäischer Länder sowie mit der US-Anti-Drogen-Behörde DEA zusammen. Darüber, woher das Kokain kommt, gibt es laut Staatsanwaltschaft unterschiedliche Hypothesen.

Die Regionalzeitung "Sud-Ouest"  berichtete, einige der Drogenpakete seien mit den Worten "Diamante" und "Brillante" beschriftet gewesen. Nach Hurrikan "Dorian" im September wurden vergleichbare Pakete an den Stränden des US-Bundesstaats Florida gefunden.

bbr/AFP
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