Attacke in Frankreich Mann bei Paris enthauptet

Präsident Macron spricht von einem islamistischen Terroranschlag: Bei Paris ist ein Lehrer attackiert und mit einer Stichwaffe getötet worden. Die Polizei erschoss den Angreifer.
Polizeisperre in Eragny: Der Täter versuchte nach Polizeiangaben, Beamte anzugreifen - und wurde daraufhin erschossen

Polizeisperre in Eragny: Der Täter versuchte nach Polizeiangaben, Beamte anzugreifen - und wurde daraufhin erschossen

Foto: Federico Pestellini / imago images/PanoramiC

Ein Mann ist in Conflans-Sainte-Honorine in der Nähe von Paris im öffentlichen Raum getötet worden. Er wurde mit einer langen Stichwaffe attackiert und enthauptet.

Nach der Tat am späten Nachmittag nahe einer Bildungseinrichtung in Conflans-Saint-Honorine wurde die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sie ermittelt unter anderem wegen Mordes mit Terrorhintergrund.

Bei dem Opfer handelt es sich um einen Lehrer an einem Collège, einer Schulart zwischen deutscher Grundschule und dem Gymnasium. Er hatte im Unterricht beim Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt. Am 5. Oktober gingen dazu Beschwerden bei der Schulleitung ein.

Der mutmaßliche Täter wurde kurze Zeit nach der Attacke im nahe gelegenen Éragny-sur-Oise von der Brigade Anti Criminell (BAC) aufgegriffen. Er versuchte nach Polizeiangaben, die Beamten anzugreifen - daraufhin wurde er erschossen. Zur Sicherheit rückte auch ein Antisprengstoffkommando an, fand aber keine explosiven Materialien.

Zum Hintergrund des Täters sind derzeit kaum Details bekannt. Der TV-Sender BFM berichtete am Freitagabend, bei dem Angreifer handele es sich um einen 18-Jährigen, der in Moskau geboren sei.

Die Ermittler haben einen Krisenstab eingerichtet, an dem am Abend auch Präsident Emmanuel Macron und Innenminister Gérald Darmanin teilnehmen wollten. Macron besichtigte am Abend auch den Tatort. Der Präsident sprach von einer islamistischen Terrorattacke und sagte, der Lehrer sei getötet worden, weil er Meinungsfreiheit gelehrt habe. Der Angriff habe der gesamten Republik gegolten. Frankreich stehe aber hinter seinen Lehrern.

Erst vor einigen Wochen hatte es vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris eine Messerattacke gegeben. Dabei wurden zwei Menschen verletzt - auch hier gehen die Ermittler von einem Terrorhintergrund aus.

Gleichzeitig läuft in Paris seit Anfang September der Prozess gegen mutmaßliche Helfer der Terrorserie im Januar 2015, bei der insgesamt 17 Menschen getötet wurden.

bbr/bsa/dpa/AFP/Reuters/AP
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