Autobrandstiftungen in Frankreich Mehr als 870 »voitures brûlées« in der Silvesternacht

In Frankreich sind in der Silvesternacht 874 Autos angezündet worden – deutlich weniger als in vergangenen Jahren. Laut Innenminister Darmanin ging die Gewalt rund um den Jahreswechsel zurück.
Von Randalierern angezündete Fahrzeuge in Paris (Archivbild)

Von Randalierern angezündete Fahrzeuge in Paris (Archivbild)

Foto: STEPHANE MAHE/ REUTERS

Randalierer haben in der Silvesternacht in Frankreich Hunderte Autos in Brand gesetzt. Im Vergleich zu früheren Jahren sei die Gewalt rund um den Jahreswechsel aber zurückgegangen – auch gegenüber Sicherheitskräften, erklärte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Samstag. 874 Autos seien ausgebrannt. Das waren knapp 450 weniger als zum Jahreswechsel 2019/2020.

441 Personen wurden vorläufig festgenommen. In Straßburg, wo es an Silvester vor zwei Jahren zu besonders heftigen Ausschreitungen gekommen war, brannten ebenfalls erneut Autos. Mindestens zwei Polizisten wurden leicht verletzt, als Angreifer mit Feuerwerkskörpern auf sie schossen.

Laut einer Analyse  des französischen Meinungsforschungsinstituts IFOP sind brennende Fahrzeuge (»voiture brûlées«) in Frankreich seit Beginn der Neunzigerjahre ein – unschöner – Teil der Silvesterkultur. Vor allem in ärmeren Stadtvierteln zündeten Menschen demnach Autos an. Die Gründe seien vielfältig: Mal gehe es um persönliche Abrechnungen, mal darum, Unmut mit der politischen Führung auszudrücken, mal um Versicherungsbetrug.

130.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

So habe es etwa zum Jahreswechsel 2007/2008 nach der Amtsübernahme von Präsident Nicolas Sarkozy besonders viele Fahrzeugbrände gegeben. Sarkozy hatte 2005 gesagt, er wolle die ärmeren Viertel »mit dem Kärcher« reinigen. Aber auch auf dem Höhepunkt der Proteste der sogenannten Gelbwesten während der Amtszeit von Präsident Emmanuel Macron sei die Zahl der ausgebrannten Autos außergewöhnlich hoch gewesen.

Abtransport ausgebrannter Fahrzeuge in Straßburg (am 1. Januar 2022)

Abtransport ausgebrannter Fahrzeuge in Straßburg (am 1. Januar 2022)

Foto: FREDERICK FLORIN / AFP

Innenminister Darmanin teilte mit, zum Jahreswechsel seien mehr als 130.000 Polizisten, Gendarmen und Sicherheitskräfte im Einsatz gewesen. Sie wachten unter anderem über die Einhaltung der Coronaregeln, die wegen der rapide steigenden Infektionszahlen und der Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus verhängt worden waren.

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So galt in Paris und in weiten Teilen des Landes ein Alkoholverbot auf den Straßen. Der Verkauf von Feuerwerkskörpern war fast landesweit vor Silvester verboten. In der Hauptstadt und vielen Départements mussten Bars und Restaurants am 1. Januar um 2 Uhr schließen. In vielen Städten Frankreichs, darunter Paris, müssen die Menschen zudem draußen wieder durchgehend Maske tragen.

him/dpa