Foltervorwürfe in den Emiraten Pariser Staatsanwaltschaft beginnt Vorermittlungen gegen Interpol-Chef

Als Generalinspektor des Innenministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate soll Ahmed Naser al-Raisi für Folter verantwortlich gewesen sein. Nun ermittelt Frankreichs Antiterror-Staatsanwaltschaft.
Ahmed Naser al-Raisi, mittlerweile Präsident von Interpol

Ahmed Naser al-Raisi, mittlerweile Präsident von Interpol

Foto: INTERPOL / REUTERS

Frankreichs Antiterror-Staatsanwaltschaft hat Vorermittlungen gegen den heutigen Interpol-Chef Ahmed Naser al-Raisi wegen des Vorwurfs der Folter und anderer Gräueltaten in seinem früheren Job eingeleitet. Das teilten Justizvertreter mit. Die Staatsanwaltschaft wurde aufgrund einer Klage der Menschenrechtsbewegung  Gulf Centre for Human Rights  (GCHR) gegen den emiratischen Generalmajor aktiv.

Das GCHR wirft al-Raisi vor, in seiner Zeit als Generalinspektor des Innenministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate für die Folter eines Oppositionellen verantwortlich gewesen zu sein. Die französische Antiterror-Staatsanwaltschaft ist auch für die Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit zuständig.

Al-Raisi wurde im November an die Spitze der internationalen Polizeiorganisation gewählt. Menschenrechtsorganisationen hatten vorher vergebens Foltervorwürfe gegen den Interpol-Kandidaten erhoben und die Befürchtung geäußert, die Agentur könnte von repressiven Ländern missbraucht werden.

Der Interpol-Präsident spielt eine weitgehend symbolische Rolle, die wichtigsten Entscheidungen bei Interpol fällt die Generalversammlung aus Vertretern der Mitgliedstaaten.

kim/AFP
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