Wenige Tage nach Angriff Tausende Franzosen marschieren für brutal attackierten Busfahrer

Der Fall löste international Entsetzen aus: Im französischen Bayonne haben sich Tausende Menschen mit einem Busfahrer solidarisiert, der von mehreren Menschen brutal angegriffen worden sein soll.
Veronique Monguillot hält ein Bild ihres schwer verletzten Mannes hoch

Veronique Monguillot hält ein Bild ihres schwer verletzten Mannes hoch

Foto: Bob Edme/ AP

In Frankreich haben mehrere Tausend Menschen an einem Marsch für einen brutal attackierten Busfahrer teilgenommen. In Bayonne im Südwesten des Landes versammelten sich rund 6000 Teilnehmer, wie mehrere Medien berichteten.

Sie habe nicht mit so viel Unterstützung gerechnet, sagte die Frau des Opfers dem Fernsehsender BFMTV. Sie könne nicht sagen, dass es ihrem Mann besser gehe, aber es gebe ein wenig Hoffnung. Die Justiz werde ihr helfen, die Täter zur Verantwortung zu ziehen, sagte die Frau gegenüber Journalisten. In Paris, Straßburg, Bordeaux und weiteren Städten stoppten Berichten zufolge Busse um 19.30 Uhr für eine Schweigeminute.

Angegriffener Busfahrer ist hirntot

Der Angriff auf den 59 Jahre alten Busfahrer hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen. Er sei hirntot, aber sein Herz schlage noch, sagte seine Frau.

Vier Tatverdächtige seien festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Bayonne. Demnach befanden sie sich in Untersuchungshaft. Gegen zwei von ihnen, einem 22- und einem 23-Jährigen, werde wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung.

Der Bus fuhr für einen Verkehrsverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Als Reaktion auf den Angriff auf ihren Kollegen legten Busfahrer des Verbunds zu Beginn der Woche wegen hoher psychischer Belastung ihre Arbeit zeitweise nieder.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung hieß es, der attackierte Busfahrer sei schwer verletzt. Wir haben diese Formulierung präzisiert, da der Mann hirntot ist.

bam/dpa
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