Frauenmörder Lebenslänglich für das "Phantom von Kehl"

Der Frauenmörder Jacques Plumain ist von einem französischen Schwurgericht zu einer lebenslangen Haftstrafe mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt worden. Das "Phantom von Kehl" hat seine Opfer im deutsch-französischen Grenzgebiet regelrecht hingerichtet.


Colmar - Mit der Entscheidung in zweiter Instanz ist sichergestellt, dass Plumain, der aus dem französischen Überseedepartement Guadeloupe stammt, mindestens 20 Jahre im Gefängnis bleiben muss. Erst nach Ablauf dieser Frist kann er Haftverschonung beantragen, die ein Gericht dann überprüfen und genehmigen muss.

Frauenmörder Plumain: Keine Freilassung ohne Kontrolle
DPA

Frauenmörder Plumain: Keine Freilassung ohne Kontrolle

Der ehemalige Militärkoch wurde für schuldig befunden, 1999 und 2000 im deutsch-französischen Grenzgebiet zwischen Kehl und Straßburg zwei Frauen ermordet und eine weitere schwer verletzt zu haben. In erster Instanz war der 32-Jährige wegen dieser Verbrechen zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Wegen der Anrechnung einer früheren Strafe hätte er im günstigsten Fall aber schon nach 16, spätestens nach 20 Jahren freikommen können. Dagegen war die Staatsanwaltschaft in Berufung gegangen. Opferanwalt Thomas Mutter erklärte zufrieden: Nun sei gesichert, dass Plumain nicht ohne eine weitere gerichtliche Kontrolle aus dem Gefängnis spazieren könne.

Die Gerichtspsychiater hattenen Plumain als "kalt und berechnend" eingestuft. "Er hat seine Opfer regelrecht hingerichtet und ist am Tag danach mit Freunden essen gegangen, als sei nichts gewesen", sagte Mutter.

Zwei Morde in der baden-württembergischen Stadt Kehl brachten Plumain den Namen "Phantom von Kehl" ein. 1999 hatte er hier eine 66-jährige Zeitungsausträgerin erstochen, ein weiteres Opfer überlebte seinen Angriff. Im Jahr darauf überfiel Plumain eine deutsche Lehrerin in einem Wald bei Straßburg und tötete sie ebenfalls mit einem Messer.

Wie schon im ersten Verfahren bestritt der ehemalige Soldat jede Beteiligung an dem Mord an einer türkischen Altenpflegerin aus Kehl. Die 22-Jährige war im selben Jahr wie die anderen Frauen aus Kehl in der Stadt niedergestochen worden. Das Gericht sprach Plumain in diesem Fall mangels Beweisen frei.

agö/AFP/dpa



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