Freiburg Erste Anklagen nach mutmaßlicher Gruppenvergewaltigung

Zehn Männer sollen in Freiburg eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Nun klagt die Staatsanwaltschaft die ersten Verdächtigen an, darunter den mutmaßlichen Haupttäter. Ihm werden diverse Straftaten vorgeworfen.

Industriegebiet Nord in Freiburg (Archiv)
DPA

Industriegebiet Nord in Freiburg (Archiv)

Von und , Freiburg


Im Fall der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Freiburg hat die Staatsanwaltschaft die ersten beiden Verdächtigen angeklagt. Dabei handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um einen 23-Jährigen und den 22-jährigen mutmaßlichen Haupttäter. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Syrern unter anderem Vergewaltigung und unterlassene Hilfeleistung vor. Dem 22-Jährigen wird zudem die Anstiftung zur Vergewaltigung zur Last gelegt.

Bei einer Diskothek im Freiburger Industriegebiet Nord sollen im Oktober 2018 mehrere Männer eine 18-Jährige vergewaltigt haben. Der Fall löste deutschlandweit Entsetzen aus. In den Wochen nach der Tat nahm die Polizei zehn Männer fest, ein elfter Verdächtiger wird noch gesucht.

In der Tatnacht soll die junge Frau zunächst mit dem 22-jährigen Hauptverdächtigen die Disko verlassen haben. Eigenen Angaben zufolge hatte sie zuvor eine Droge in Tablettenform genommen. In einem Gebüsch nahe dem Klub soll der Mann sie anschließend vergewaltigt haben, sie selbst sei wehrlos gewesen, sagte die junge Frau. Nachdem er von ihr abgelassen habe, sollen sich weitere Männer an ihr vergangen haben.

Bei allen zehn inhaftierten Beschuldigten sei der Tatvorwurf der Vergewaltigung erfüllt, teilte die Staatsanwaltschaft Freiburg mit. Gegen acht von ihnen werde noch ermittelt, ihre Fälle sollen vor Gericht gemeinsam verhandelt werden.

Die zehn Tatverdächtigen seien lose miteinander bekannt, sagte der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger dem SPIEGEL. "Manche sind befreundet, andere wissen voneinander nur den Namen. Man kennt sich aus der Stadt, man trifft sich im Klub. Es sind Bekanntschaften."

Der mutmaßliche Haupttäter war den Ermittlern schon vor der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung aufgefallen. Er wird nun auch wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen, wegen exhibitionistischer Handlungen und wegen einer weiteren Vergewaltigung aus dem Jahr 2017 angeklagt. Damals soll er gemeinsam mit dem 22-Jährigen und einem dritten Syrer in einer Wohnung eine Frau missbraucht haben.

Zwar waren die drei Verdächtigen laut Staatsanwaltschaft schon nach der mutmaßlichen Tat 2017 identifiziert worden. Weil aber keine Haftgründe vorgelegen hätten, seien sie nicht festgenommen worden. Der dritte angeklagte Syrer, ebenfalls 22 Jahre alt, war laut Staatsanwaltschaft nicht an der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung nahe der Diskothek beteiligt. Er ist bis heute auf freiem Fuß.



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